Man nehme 25 junge, begabte Musiker zwischen 14 und 24 Jahren, zwei leitende Verantwortliche aus der Posaunenarbeit des evangelischen Jugendwerks in Württemberg, die sanierte Böhringer St. Galluskirche und einen schneereichen Sonntag auf der Schwäbischen Alb: fertig ist ein besonderes Konzerterlebnis. Zur Jubiläumsfeier des Böhringer Posaunenchores kam das Landesjugendposaunenorchester in die Albgemeinde.

Der Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde Böhringen feiert 2019 seinen 100. Geburtstag. Seit eineinhalb Jahren laufen die Planungen. Am vergangenen Sonntag war es dann so weit. Mit einem gefühlvollen Auftakt im Gottesdienst erklangen die ersten Töne zum Geburtstagsfest. Die Dirigenten Regina Heise und Hans-Ulrich Nonnenmann hatten sich mit den jungen Leuten in Tübingen optimal vorbereitet. Das Landesjugendposaunenorchester ist ein Auswahlchor von jungen Bläsern, der sich drei Mal im Jahr zu einem Probenwochenende mit anschließendem Konzert oder Gottesdienst trifft.

Die Choräle „Jesus ist kommen“ und „In dir ist Freude“ wurden beim gemeinsamen Singen zum wunderbaren Klangerlebnis. Das Motto der geistlichen Bläsermusik „Gott loben, das ist unser Amt“ erfüllte dir Herzen und den Raum. Versöhnung nach langem Kampf und Streit war das Thema der Predigt, bei der Pfarrer Albrecht Lächele im Rahmen der Predigtreihe im Distrikt mit der biblischen Geschichte der verfeindeten Zwillingsbrüder Jakob und Esau befasste.

Zart musizierte Lieder

„So ist Versöhnung“ war dann auch das zart musizierte neuere Lied als Antwort auf die Predigt. Chorleiterin Gisela Scheu-Rath und Eberhard Götz überbrachten dem Chor Dankesgrüße. Fast alle Besucher blieben zur nachfolgenden Matinee, dem „Geburtstagsständchen“ des Landesjugendposaunenorchesters in der Kirche. Ein wahres Feuerwerk alter und neuer Musik erklang.

Zunächst klassisch gekonnt mit Teleman und schon deutlich moderner mit der Finlandia von Sibelius zogen die jungen Künstler alle Register ihres Könnens. Blues und Gospel waren die weiteren Stilrichtungen. Manchmal laut und schmetternd, dann wieder gefühlvoll und zurückhaltend erklangen die Töne in der Kirche. Auch dem Altmeister Louis Armstrong wurde ein Stück gewidmet. Mit dem Friedenslied, an die neue Jahreslosung erinnernd, schloss sich der Kreis. Pfarrer Albrecht Lächele bedankte sich namens der Gemeinde bei den Ausführenden. Er erinnerte an die Segensgeschichte, die sich in der Posaunenarbeit in Böhringen verwirklicht hat.

Der ausdrückliche Dank richtete sich an die anwesenden früheren Dirigenten Ludwig Götz und Dieter Holder, die den Chor mit großer Hingabe geleitet hatten sowie an die amtierende Dirigentin Gisela Scheu-Rath. „Ihr seid eine Segen – wie alle, die in den vergangenen hundert Jahren den Dienst im Chor wahrgenommen haben“, so der Pfarrer, der selber im Chor an der Posaune immer wieder mitspielt.

Zwei Zugaben durften nicht fehlen. Die eine war die duftig interpretierte Badinerie von Johann Sebastian Bach, die weitere ein gemeinsames Geburtstagsmittagessen, welche die Mitglieder des Posaunenchors mit dem Landesjungendorchester im Gemeindehaus einnahmen. Die weiteren Termine der Geburtstagfeiern des Posaunenchors Böhringen sind heuer der Bläsertag am 7. Juli und der große Festabend am 7. Dezember.