Konzert Zweite Alb-Air-Auflage wird ein voller Erfolg

Merklingen / Christina Kirsch 06.06.2018

Beim ersten Alb Air auf dem Merklinger Festplatz gab’s Nieselregen. Doch davon ließ sich der Förderverein der Vereinsgemeinschaft Merklingen nicht entmutigen und stemmte dieses Jahr eine Zweitauflage mit zwei Hauptacts. Das Wetter spielte mit, und „Auf der Kappel“ am Ortseingang der Gemeinde stieg eine große Party bis nach Mitternacht.

Mehr als 1700 Partygäste feierten und sangen aus voller Kehle mit. Mit den Schürzenjägern und den Dorfrockern traten zwei Volksmusikgruppen aus zwei Musiker-Generationen auf. Die Schürzenjäger, die ihren Zusatz „Zillertaler“ 1996 abgelegt haben,  machen rockige Volksmusik und lassen auch im Seniorenalter noch ihre langen Haare fliegen. Mit den beiden Bandmitgliedern Alfred Eberharter und seinem Sohn Alfred Eberharter junior umklammert die Band zwei Generationen. Und auch auf dem Merklinger Festplatz sah man sowohl  die Ü60-Voksmusikfans,  als auch Familien und Jugendliche. Die ältere Generation genoss das Open Air  auf Bierbänken. Die jüngeren ließen sich animieren zu klatschen und zu singen. „Geht‘s euch guat?“ fragten die Österreicher immer wieder. Ein vielstimmiges Ja war die Antwort. „Habt‘s Lust zum Singa?“ Und ob! Das Publikum stampfte die Grasnarbe in den Boden, und die Volksmusik-Rocker hüllten sich in eine Aura, die von alten Erfolgen lebt. Gelegentlich dampfte ein Bühnennebel die Herren ein, und es sah aus, als ob die Musiker direkt der Hölle entstiegen. Die Trommelsoli und Gitarrenriffs waren vom Feinsten.

Ein bisschen politisch wurde es, als die Band ihren Titel „Herrschaftszeiten“ aus dem 2017 veröffentlichten Album „Herzbluat“ sang. Im Song geht es um Zivilcourage. Auf den „Zillertaler Hochzeitsmarsch“, den die Originalbesetzung schon 1992 zum Erfolgshit werden ließ, hatten die Merklinger schon gewartet. Den gab es als Zugabe. Beim besinnlichen Schluss mit dem legendären „Sierra madre“ sangen sogar die Herren vom Arbeiter Samariter Bund mit, und die Schürzenjäger warfen der Menge noch ein letztes „Bleibt‘s g‘sund“ zu.

Im Gastrozelt des Alb Air herrschte in der Umbaupause Hochbetrieb, manche orderten zu später Stunde noch eine Rote. „Wir machen einfach da weiter, wo wir letztes Jahr aufgehört haben“, rief Tobias dann in die Menge. Der Mittlere der erfolgreichen Dorfrocker-Brüder heizte mit dem  Hit „Vogelbeerbaum“ die Stimmung an. „Gibt‘s heute Dorfkinder?“ fragte er in die Menge – und die Hände gingen nach oben. „Dorfkinder“ ist das jüngste Album der Unterfranken und schwimmt ganz auf der Bekenntnis-Welle zur Heimat.

Lieder laden zum Schunkeln ein

„Ich will, dass man euch bis Nellingen hört“, peitschte Tobi die Fans an – und die gaben ihr Bestes. Über allen flog eine Drohne, dank Videotechnik sahen sich die Fans dadurch selbst auf der Leinwand. Das Gute-Laune-Happening nahm kein Ende. „Ich will euch schunkeln sehen!“, forderte der Sänger sein Publikum auf. Titel wie die „Kleine Kneipe“ luden denn auch zum Schunkeln ein.

Markus war der Mann am Akkordeon und führte gegen später auch eine Polonaise über den ganzen Festplatz an. In ihren Live-Konzerten beziehen die Dorfrocker, die immerhin auch schon ihr 10-jähriges Bandbestehen feierten, immer mehr das Publikum mit ein. Besucherin Ramona durfte zum Beispiel mit auf die Bühne.

Sie sollte  sich aussuchen, mit welchem Musiker sie gerne heimgehen möchte. Allerdings verließ sie später die Bühne doch alleine, denn das Konzert musste mit „Tiefkühlpizza“ weiter gehen. Um Mitternacht fuhren die Musiker „nach Istanbul, denn da gibt’s Hotel mit Liegestuhl“. Und was gab’s in Merklingen? Zwar keinen Liegestuhl, dafür Party bis zum Abwinken.

Dorfrocker spielten schon 2017 als Haupt-Act

Premiere Das Alb Air wird von der Merklinger Vereinsgemeinschaft organisiert. Premiere war am 1. Juli 2017. Damals kamen 1600 Fans, um die Albkracher als Vorband und die Dorfrocker als Haupt-Act zu erleben. Am Ende versprachen die Musiker, wiederzukommen. Das Versprechen haben sie gehalten.