Dornstadt Zwei neue Wohngebiete entstehen in Dornstadt

Noch gehen die Leute vom Bau aus und ein, im Sommer soll die erste Krippengruppe im Kinderhaus in Dornstadt einziehen.
Noch gehen die Leute vom Bau aus und ein, im Sommer soll die erste Krippengruppe im Kinderhaus in Dornstadt einziehen. © Foto: Matthias Kessler
THOMAS STEIBADLER 06.02.2015
Darauf hat die Gemeinde Dornstadt lange gewartet: Im Hauptort sollen neue Wohngebiete entstehen. Im Investitionsprogramm, das der Gemeinderat beraten hat, steht auch ein neues Feuerwehrgerätehaus.

Auf der Karte sieht der östliche Ortsrand von Dornstadt ein bisschen aus wie ein schadhaftes Gebiss. Diese Lücken in der Bebauung sollen im Laufe der nächsten zwei Jahre geschlossen werden. Zwei Bebauungspläne für neue Wohngebiete werden zu diesem Zweck aufgestellt: "Böttinger Weg" und "Hahneweide". Der Beschluss zur Eröffnung der Verfahren soll am 7. Mai getroffen werden. Das hat Bürgermeister Rainer Braig am Mittwoch in der ersten Runde der Haushaltsberatungen im Gemeinderat angekündigt. Damit kann die Gemeinde zum ersten Mal seit mehr als zehn Jahren wieder neue Bauplätze im Kernort anbieten.

Das Investitionsprogramm, das mit dem Haushalt beraten und voraussichtlich am 12. März verabschiet wird, sieht die Erschließungsarbeiten für die Jahre 2016 und 2017 vor. "Böttinger Weg", nördlich der Lange Straße (Landesstraße 1239) soll zuerst erschlossen werden. Dort sind dem Bürgermeister zufolge ausschließlich Einfamilienhäuser geplant. In der "Hahnenweide", zwischen Mozartstraße und Lichtensteinstraße gelegen, sollen auch Reihen- und Mehrfamilienhäuser gebaut werden.

Wenn im Teilort Temmenhausen das Baugebiet Schwarzhülenäcker erweitert und im Teilort Scharenstetten ein neues Wohngebiet angelegt wird, dann als "Ökosiedlungen". Auf Grundlage eines Vorschlags der SPD-Fraktion will die Verwaltung Kriterien ausarbeiten, die dann in den Bebauungsplänen verankert werden. Zudem könnten Bauherrengemeinschaften und Familien mit Kindern bei der Vergabe der Bauplätze bevorzugt werden.

Die größte aktuelle Baustelle in Dornstadt ist das Mehrgenerationen-Projekt der Kreisbau mit dem Kinderhaus. Gut 2,7 Millionen Euro investiert die Gemeinde in die neue Kindertagesstätte. Davon wird im aktuellen Haushalt noch eine Milion finanziert. Mit einer Krippengruppe soll die Einrichtung noch vor den Sommerferien den Betrieb aufnehmen. Nach den Ferien wird die Kindergarten-Gruppe, die bislang in der Tageseinrichtung an der Schmiedstraße betreut wird, im Kinderhaus einziehen. Dort ist noch Platz für zwei weitere Krippengruppen mit jeweils zehn Kindern. "Unser größtes Problem ist es, das Personal zu kriegen", sagte der Bürgermeister im Gemeinderat. Die Leiterin, Andrea Berroth, hat die Arbeit bereits aufgenommen, Braig zufolge sucht die Gemeinde aber noch neun Erzieherinnen.

Möglicherweise wird in diesem Jahr auch noch die Stelle eines hauptamtlichen Feuerwehr-Mitarbeiters ausgeschrieben, zum Beispiel die eines Gerätewarts. Ein entsprechender Antrag der Freien Wähler soll im Einvernehmen mit der Führung der Frewilligen Feuerwehr umgesetzt werden, kündigte der Bürgermeister an.

Gesucht wird auch ein Standort für eine neues Feuerwehrgerätehaus in Dornstadt. Bisher teilen sich die Wehr und der Bauhof der Gemeinde ein Grundstück an der Daimlerstraße. Für die Belange und vielfältiger werdenden Aufgaben der Feuerwehr sei dieses zu klein, eine Erweiterung aber eher unwahrscheinlich, meint Braig. Sinnvoller sei ein Standort am Ortsrand und näher an der Autobahn. Als so genannte Planungsrate stehen 100.000 Euro im Haushaltsplan. Das Investitionsprogramm sieht für die Jahre 2016 und 2017 jeweils eine Million Euro vor.

Ebenfalls 100.000 Euro hatte die Verwaltung für die Verkehrsberuhigung in den Ortsteilen vorgesehen. Zu wenig, stellten die Fraktionen von CDU/BWV und Freien Wählern fest und beantragten die Verdoppelung. Kein Widerspruch vom Bürgermeister, auch wenn nicht klar sei, "was man machen kann". Für Herbert Jarosch (Freie Wähler) klang das nicht besonders entschlossen. "Ich lege Wert darauf, dass man in diesem Jahr etwas sieht", sagte er. In allen Orstteilen herrsche "hohe Erwartungshaltung", ergänzte Karl Knab (CDU/BWV). Mit der Verdoppelung des Haushaltspostens auf 200.000 Euro zeige der Gemeinderat: "Wir sind hinter dem Thema ,Verkehrsberuhigung' her." Am dringendsten ist das nach Ansicht des Bürgermeisters in der Lerchenbergstraße in Dornstadt und in der Ortsdurchfahrt von Temmenhausen.

Auch der Bau von Radwegen soll nach dem Willen aller drei Fraktionen in diesem Jahr Fortschritte machen. Zu diesem Zweck ist eine Arbeitsgruppe geplant. Unabhängig davon habe das Land den Radweg-bau an der L 1239 zwischen Dornstadt und Bolingen zugesichert, sagte Braig. Und mit dem Landkreis sowie der Nachbargemeinde Blaustein werde noch im Februar über einen Weg an der K 7406 zwischen Temmenhausen und Bermaringen gesprochen. "Aber das wird in diesem Jahr wohl nicht gelingen."