Was könne man schon vom Staat erwarten? "Ein Nasenwasser", kritisierte ein Waldbesitzer in der Mitgliederversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Alb-Donau-Ulm. "85 Prozent sind kein Nasenwasser", widersprach Thomas Gebauer vom Regierungspräsidium (RP) Tübingen, so stark werde eine Neuaufforstung bezuschusst. Weitere Beispiele seien 70 Prozent für den Wegebau, 90 Prozent bei der Gründung von Gemeinschaftswäldern und 50 Prozent für Drainagen. Vor den etwa 100 FBG-Mitgliedern, die am Freitag in die Schinderwasenhalle nach Pappelau gekommen waren, listete Gebauer um die 30 mögliche Förderungen der Waldwirtschaft auf.

Grundsätzlich gelte, dass Eigentümer kleiner Flächen besser wegkommen. Klein- und Kleinstbesitzer - Förderung gebe es schon ab 1000 Quadratmeter - seien für die Behörden wichtige Ansprechpartner, um die Waldwirtschaft zu verbessern, sagte Gebauer. Gerade im Privatwald, durch Erbteilung stark zerstückelt, bestehe Nachholbedarf. Manche Eigentümer wüssten nicht einmal, wo sich ihr Wald befindet, der deshalb vernachlässigt werde. In solchen Fällen könnte die Bildung eines Gemeinschaftswalds die Lösung sein.

Ein weiterer Grundsatz der Wald-Förderung sei die Kontrolle: "Die Geldgeber schauen genau hin, was mit ihren Zuschüssen gemacht wird", sagte Gebauer. Zur Anschauung zeigte er Fotos zweier Aufforstungen. Die eine hat sich zu einer stattlichen Schonung entwickelt, in der anderen wuchert mangels Pflege das Gestrüpp. Die Zweckbindung eines Zuschusses bestehe mindestens zehn Jahre, wer die Auflagen nicht erfüllt, könne zur Rückzahlung verdonnert werden.

Seit November vergangenen Jahres werde auch die bodenschonende Holzernte gefördert. Damit könnten nun Rückerunternehmer mit Zuschüssen rechnen, etwa beim Einsatz von Pferden.

Für Waldbesitzer war 2015 "ein wechselreiches Jahr", sagte FBG-Geschäftsführer Alwin Menz. Nach einem "super Beginn" mit reichlich Holzeinschlag habe Ende März Sturm "Niklas" vor allem in Bayern und Österreich gewütet und für mehr Holz gesorgt als der Markt aufnehmen konnte. Die Großsägereien fühlten sich immer noch satt, sagte Menz. Die FBG werde deshalb wieder vermehrt mit kleinen und mittleren Betrieben kooperieren.

Setzte die FBG 2014 mit 7000 Festmetern Holz mehr als eine halbe Million Euro um, waren es vergangenes Jahr 350.000 Euro aus 4500 Festmetern. Nach dem Ausnahmejahr 2014 sei der Rückgang aber auch kein Beinbruch. Menz riet den Waldbesitzern, regelmäßig danach zu schauen, "was liegt" und dieses Holz auszuräumen. Falle bereits die Rinde ab, "tun wir uns schwer, es zu verkaufen".

Vorsitzender Manfred Jakob warb ebenfalls für eine solide Waldwirtschaft. Auch im kleinen Privatwald stünden oft wertvolle Hölzer. "Sägen Sie nicht nur um, sondern lassen Sie sich von Fachleuten erst beraten", sagte Jakob. Die FBG Alb-Donau-Ulm hat zur Zeit 160 Mitglieder, die im westlichen und südlichen Alb-Donau-Kreis über insgesamt 680 Hektar Wald verfügen.