Langenau Zusammenrücken beim arabischen Fest

Der arabische Abend in Langenau fand guten Anklang.
Der arabische Abend in Langenau fand guten Anklang. © Foto: Barbara Hinzpeter
Langenau / BARBARA HINZPETER 04.10.2018

Mitreißende Musik und köstliche Speisen: Da rücken Menschen unterschiedlichster Herkunft zusammen und feiern gemeinsam. Die Gäste und Gastgeber beim arabischen Abend, darunter auch Familien mit kleinen Kindern, stammten aus vielen verschiedenen Ländern: zum Beispiel aus Afghanistan und Algerien, aus Eritrea und Deutschland, aus Marokko, der Türkei und aus Syrien. Wilmar Jakober von der Initiative Zusammenrücken, die den Abend in der Reihe „Blickwechsel“ veranstaltet hat, erinnerte an die Kriege und Bürgerkriege in Nordafrika, die dazu geführt haben, dass Menschen fliehen mussten. „Aber man muss auch feiern, um überleben zu können“, sagte Jakober. Schon bei den ersten Klängen des Weltmusik-Trios um den algerischen Berber Rachid Benachour kam Stimmung auf im Pfleghofsaal.

„Nur ein Stück Erde“

Einen 56-jährigen gebürtigen Algerier, der seit 32 Jahren in Deutschland „dahoim isch“, wie er sagt, und stundenlang mit seinen Landsleuten über deutsche Politik debattieren kann, hielt es kaum auf seinem Stuhl. Mehr als sein halbes Leben hat er in Deutschland verbracht, seine Kinder sind hier geboren und aufgewachsen. „Algerien ist für mich weit weg“, sagte er. Ein Zurück könne es nicht geben. Er gehöre einer Generation an, „die universal denkt“, habe in seiner Jugend Brecht gelesen und sei von Helmut Schmidt beeindruckt gewesen. Das Land sei nur ein Stück Erde, „aber die Kultur vergisst man nicht“.

Bald füllte der Duft von Koriander und Kreuzkümmel den Raum. Frauen aus Algerien und Syrien hatten ein Büfett mit Spezialitäten aus ihren Ländern vorbereitet, unter anderem mit Harira-Suppe, Falafel, Burek und Kohlrouladen. Klaus-Peter Berg hatte sie beim Zubereiten gefilmt, sodass die Gäste nicht nur in den Genuss der Speisen, sondern auch einer Koch-Show kamen.

Auch wenn er die Worte der Lieder nicht verstehe, weil er kein Arabisch spricht, machten ihm der Abend und die Musik viel Spaß, sagte der 17-jährige Mohammed aus Afghanistan. Am liebsten würde er jetzt selbst singen, ließ er wissen. Auch das Essen sei sehr lecker.

Das fand auch ein 67-jähriger Langenauer.  Er selbst habe zehn Jahre lang beruflich im Ausland zu tun gehabt, darunter auch in arabischen Ländern. Jetzt habe er die Gelegenheit genutzt, mal wieder arabisches Essen zu genießen.

Vortrag und Theater an nächsten Sonntagen

Termine Am Sonntag, 7. Oktober, erzählt der Schauspieler Ramo Ali in der Reihe „Blickwechsel“ von seiner Kindheit in Syrien (siehe Meldung auf Seite 2). Am Sonntag, 13. Oktober, hat das Stück „ÜberLand“ der Theatergruppe Refugium Premiere (20 Uhr Pfleghofsaal).

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