Ulm Zukunftsprojekt Schiene

Ulm / THOMAS STEIBADLER 31.12.2015
Auf der Alb werden Milliarden in die ICE-Neubaustrecke investiert. Vielleicht profitiert von der Schnellbahntrasse auch der Regionalverkehr. Dessen Ausbau ist zum Jahresende durch die Gründung des Vereins Regio-S-Bahn Donau-Iller zu einem wichtigen Ziel erklärt worden.

Auf der Alb werden Milliarden in die ICE-Neubaustrecke investiert. Vielleicht profitiert von der Schnellbahntrasse auch der Regionalverkehr. Dessen Ausbau ist zum Jahresende durch die Gründung des Vereins Regio-S-Bahn Donau-Iller zu einem wichtigen Ziel erklärt worden.

In einem Interview hat Bahnchef Rüdiger Grube einmal behauptet, dass im Ulmer Hauptbahnhof jährlich 14,8 Millionen Zug-Fahrgäste ein und aussteigen. Dass seien mehr Passagiere als am Stuttgarter Flughafen. In den nächsten Jahren dürfte die Bedeutung Ulms innerhalb des Schienennetzes weiter zunehmen. Ende 2021 sollen die ersten ICE über die Neubaustrecke rasen. Die Reisezeit wird dadurch dramatisch verkürzt: in einer knappen halben Stunde zum Flughafen Stuttgart, in 40 Minuten mitten in die Landeshauptstadt. Wer will da noch mit dem Auto fahren?

Auf der Schnellbahntrasse, deren Kostenrahmen knapp 3,3 Milliarden Euro beträgt, sollen aber nicht nur die 250 Stundenkilometer schnellen ICE fahren. Auch die Regionalzüge von Würzburg über Stuttgart und Ulm an den Bodensee werden den neuen Weg über die Alb nehmen. Und möglicherweise dort halten. In diesem Jahr sind wichtige Weichen für einen Bahnhalt Laichinger Alb bei Merklingen gestellt worden. Sieben Kommunen - Laichingen, Merklingen, Nellingen, Berghülen, Westerheim, Heroldstatt, Hohenstadt - sind mit Unterstützung des Alb-Donau-Kreises bereit, bis zu 13 Millionen Euro zu bezahlen. Der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) hat zugesagt, sich um den Rest zu dem auf 21 Millionen Euro geschätzten Vorhaben zu kümmern. Gesichert sind Finanzierung und Realisierung aber noch nicht. Zudem drängt die Zeit: Damit der "Bahnhof Merklingen" in den Bau-Zeitplan der Bahn passt und im Kostenrahmen bleibt, muss die Baugenehmigung bis Sommer 2016 vorliegen. Für dieses Genehmigungsverfahren ist das Eisenbahnbundesamt zuständig.

2021 soll auch die Elektrifizierung der Südbahn Ulm-Friedrichshafen-Lindau abgeschlossen sein. Nach langem Hin und Her haben sich Land, Bund und Deutsche Bahn auf eine Finanzierungsvereinbarung geeinigt. Demnach übernimmt Baden-Württemberg die Hälfte des auf 225 Millionen Euro veranschlagten Projekts.

Schnellbahntrasse, Alb-Bahnhof, E-Loks auf der Südbahn - das alles bringt mehr Fahrgäste nach Ulm. Großes Potenzial hat auch das Projekt einer regionalen S-Bahn. Das zeigt die vor zwei Jahren reaktivierte Strecke zwischen Weißenhorn und Senden. Den "Weißenhorner", der stündlich zwischen Weißenhorn und Ulm verkehrt, benutzen an Schultagen etwa 1600 Fahrgäste. Ziel des S-Bahn-Konzepts ist ein 30-Minuten-Takt auf allen sechs Strecken nach Ulm. Zur Umsetzung ist am 22. Dezember der Verein Regio-S-Bahn Donau-Iller gegründet worden. Ein wichtiger Tag für den öffentlichen Nahverkehr in der Region.

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