Gesundheit Zu wenige Patienten für Palliativstation

Alb-Donau-Kreis / rei 01.12.2018

Eine eigene Station zur Palliativversorgung an einem der Standorte des Alb-Donau Klinikums (Blaubeuren, Ehingen; Langenau) wäre erst dann wirtschaftlich, wenn 800 Patienten pro Jahr dort behandelt würden. „Für mich ist es schleierhaft, woher diese Patienten kommen sollten“, sagte Wolfgang Schneider, Geschäftsführer der ADK GmbH für Gesundheit und Soziales, vor dem Sozialausschuss des Kreistags. Die Freie-Wähler-Fraktion hatte einen Bericht dazu beantragt, unter welchen Bedingungen eine Palliativstation kostenneutral arbeiten könnte. Ergebnis: Die Station bräuchte etwa 26 Betten, je zu 85 Prozent belegt – doch auch diese Zahlen beruhen zum Teil auf Spekulation, betonte Schneider. Aktuell würden rechnerisch 40 Patienten im Jahr für solch eine palliativmedizinische Behandlung in Frage kommen und nicht 800.

Standort könnte Ehingen sein

Unter den drei Standorten des Klinikums wäre der einzig mögliche für die Palliativstation der in Ehingen. Eine Station mit acht Betten, der gesetzlichen Mindestanzahl, könnte theoretisch in Blaubeuren Platz finden. Jedoch bräuchte es auch hier 200 Patienten im Jahr. Finanziell ergäbe sich dann in den ersten drei Jahren je ein Defizit von 800 000 Euro, danach 500 000 Euro pro Jahr. Auch Ärzte und Pflegepersonal dafür zu finden, sei sehr schwierig.

Landrat Heiner Scheffold betonte, dass Palliativbehandlung heute oft in Pflegeheimen, im Hospiz oder ambulant stattfindet. „Es ist nicht so, dass die Menschen sich selbst überlassen sind.“ Der Alb-Donau-Kreis hat erst in diesem Jahr 100 000 Euro für den Bau eines Hospizes im Ehinger Teilort Kirchbierlingen zugeschossen. Dies wird das erste Hospiz im Alb-Donau-Kreis und soll ab 2020 die ersten schwerst kranken und sterbenden Menschen aufnehmen.

Rainer Braig (FW) möchte das Ergebnis des Berichts zur Palliativstation nun in der Fraktion besprechen. Es sei klar geworden, dass die Einrichtung einer solchen Station schwierig sei. „Die Palliativarbeit ist wichtig, aber der Bedarf ist lange nicht so hoch wie man annimmt.“

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