Verkehr Ziel ist ein lückenloses Radwegenetz

Lückenschluss: Zwischen Arnegg und Klingenstein wird derzeit für eine Million Euro ein Radweg gebaut, der im Juni fertig sein soll. Er ist Teil des überregionalen Donauradwegs.
Lückenschluss: Zwischen Arnegg und Klingenstein wird derzeit für eine Million Euro ein Radweg gebaut, der im Juni fertig sein soll. Er ist Teil des überregionalen Donauradwegs. © Foto: Matthias Kessler 
Helga Mäckle 01.12.2016

Überregionale, regionale und lokale Radwege-Verbindungen im Alb-Donau-Kreis sind nun digital erfasst. „Das hat länger gedauert als wir dachten“, sagte Landrat Heiner Schefffold in der Sitzung des Ausschusses für Technik und Umwelt am Montag. Diese kartographische Erfassung habe den Vorteil, dass man nun eine fundierte und leicht anwendbare Datenbasis für die weitere Ausarbeitung der Radwege-Konzeption habe. Wie berichtet, will der Kreis sich damit auf die Anforderungen durch ein verändertes Mobilitätsverhalten einstellen, darunter die deutlich steigende Zahl von Radfahrern und E-Bikes. Ziel ist ein möglichst lückenloses und in sich schlüssiges Radwegenetz. Neben dem Kreis arbeiten Gemeinden, Polizei, Tourismusverbände und der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) mit.

Julia Meyer, Projektleiterin beim Fachdienst Kreisentwicklung, informierte die Ausschussmitglieder über den derzeitigen Stand. Neben der digitalen Daten­erfassung sei inzwischen ein Leitbild zur Radwege-Konzeption erarbeitet, Unfall- und Verkehrszahlen erfasst und ein erster Entwurf für besagtes Wege-Netz erstellt worden. Dieses gliedert sich in ein Hauptnetz (überregionale Achsen und Verbindungen von Mittelzentren zum Oberzentrum Ulm), das Ergänzungsnetz (von Unter- und Kleinzentren zu Mittelzentren oder nach Ulm) sowie dem Erschließungsnetz (Verbindungen zu Wohnorten). Julia Meyer stellte klar, dass diese hierarische Gliederung nichts darüber aussage, in welcher Reihenfolge neue Radwege gebaut werden. Ebenso wenig heiße „kein Bestand“ automatisch, es bestehe auch ein Bedarf. Vielmehr seien Bewertungskriterien erarbeitet worden, die nun auf jeden Radweg angewendet werden.

Etwa, ob er ein touristisch wichtiges Ziel anbindet, eine Lücke schließt, ein Unfallschwerpunkt ist oder ob viele Schüler die Strecke befahren. „Für jede Strecke werden so Punkte vergeben, anhand derer eine Priorisierung vorgenommen wird“, sagte Meyer. Diese Priorisierung werde getrennt nach den Straßenbaulastträger festgelegt: Bund, Land und Kreis erhalten nach Verabschiedung des Konzept entsprechende Handlungsempfehlungen, die aber keine bindende Wirkung haben.

„Wichtiger Baustein“

Ab Anfang kommenden Jahres können dann Träger öffentlicher Belange, Städte, Gemeinden und Nachbarkreise ihre Stellungnahmen zu dem Entwurf abgeben. Julia Meyer schätzt, dass sie bis Sommer 2017 in die Konzeption eingearbeitet sind, so dass diese im Sommer vom Kreistag beschlossen werden kann. Jens Kaiser (CDU) wollte wissen, wann denn die Kreisräte ihre Vorschläge einbringen, beziehungsweise Details diskutieren können. Sobald die Stellungnahmen eingearbeitet seien, versprach Landrat Scheffold. Das sei wichtig, denn schließlich sei das Konzept ein „wichtiger Baustein für weitere Entscheidungen“, wenn es ums Radfahren im Kreis geht.