Camping Meisterschaften im Caravan-Geschicklichkeitsfahren

Eine Rallye der anderen Art: Beim Rückwärtsfahren mit dem Anhänger kommt’s auf Genauigkeit an.
Eine Rallye der anderen Art: Beim Rückwärtsfahren mit dem Anhänger kommt’s auf Genauigkeit an. © Foto: Sabine Graser-Kühnle
Laichingen / Von Sabine Graser-Kühnle 11.06.2018

Die knapp 3000 Quadratmeter große Wiese beim Laichinger MSC-Heim ist am Wochenende zum Campingplatz geworden. Camper waren mit sechzig Wohnwagen zu den 52. Württembergischen Meisterschaften im Caravanfahren  angereist. Ausgerichtet haben den Wettbewerb die „Campingfreunde Ulmer Spatzen“. Clubmitglied Gerhard Stuhlinger ist zugleich Mitglied im MSC Laichingen und hatte den Kontakt hergestellt. Die „Ulmer Spatzen“ hatten Glück, denn es sei schwierig, für die Meisterschaften einen geeigneten Austragungsort zu finden.

Clubs aus ganz Baden-Württemberg waren angereist. Am Samstag war die Fläche vor dem MSC-Heim, die sonst als Parkplatz dient, also Turnierplatz. 29 Caravanfahrer maßen sich im geschickten Umgang mit ihrem Hänger. Darunter drei Frauen. Die Aufgaben: Innerhalb von maximal acht Minuten aus- und einparken, zurücksetzen um das Gespann umzudrehen und 24 Meter weit rückwärts fahren. Möglichst nahe an der aufgestellten Stange sollte der Hänger zum Stehen kommen. Fehler werden mit Minuspunkten geahndet. Da genügt es schon, den Blinker nicht zu setzen oder den abgesteckten Parcours zu touchieren. Tunierleiter Heiko Lehmann vom Landesverband hatte darauf zusammen mit den zwei Schiedsrichterteams ein waches Auge.

Es macht einfach Spaß

Nicole Sievert vom Campingclub Zollernalb war im vergangenen Jahr Vizemeisterin. Für sie ist es die dritte Landesmeisterschaft und sie freut sich, dass sie jedes Jahr eine weitere Frau zur Teilnahme an diesem Turnier hat animieren können. „Wir Frauen können ebenso gut mit dem Hänger rangieren, wie die Männer, wenn nicht sogar besser“, meinte sie und schmunzelte. Sie übt einmal im Jahr speziell auf das Turnier, ansonsten genüge die Fahrpraxis. Stefan Enderle, Vorsitzender der „Ulmer Spatzen“, stimmte ihr zu: „Es ist ein Klischee, dass Frauen kein Gespann lenken können.“ Früher habe das zugetroffen, jedoch nur, weil die Männer die Frauen nicht hätten fahren lassen. Nicole Sievert kam diesmal auf den sechsten Platz. Auch Enderle ist begeisterter „Ralleyfahrer“: „Es macht einfach Spaß, sich im Wettbewerb zu messen.“

Das Turnier dauerte bis zum Mittag. Der „MSC-Campingplatz“ war immer belebt. Er unterschied sich freilich von anderen Plätzen. Auch deshalb, weil die Wohnwagen dicht an dicht standen und für die  sonst üblichen Vorzelte kein Platz war.  „Ralleyaufstellung“, nennen das die Camper. „Bei einer Ralley zu campen, ist ganz anders als sonst“, meinte Heiderose Funk aus Freudenstadt. Für sie und ihre Familie, die mit drei Wohnwagen gekommen sind, ist die Atmosphäre toll: „Man ist von Anfang an herzlich aufgenommen, nicht wie sonst, wenn man am Campingplatz ankommt, da dauert das etwas länger.“

Rührei mit Speck

Während die 154 Camper am Freitagabend gemeinsamen im MSC-Heim zu Abend gegessen hatten, nahmen sie ihr Frühstück am Samstag im Freien ein. Vielfach waren Tische zusammengestellt, man liebt als Camper eben die Gemeinschaft. So hatten die Mitglieder des Campingclubs Welsheimer Wald elf Tische zur langen Tafel gereiht und Winfried Wehde schwitzte schon am frühen Vormittag vor dem Grill, um alle seine Leute zu verköstigen: 80 Eier verrührte er zu Rührei und grillte Speck dazu. Zu Mittag und am Abend verköstigten wieder die MSC-Mitglieder ihre Gäste, am Sonntagvormittag luden sie zum Frühstücksbufett ein. Bis zu 20 Helfer waren jeweils im Einsatz, berichtete MSC-Kassier Jürgen Dukeck.

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