Kleinkunst Zehn Jahre Marionettentheater

Erläuterungen gibt Sprecher und Puppenspieler Bernd Beutter.
Erläuterungen gibt Sprecher und Puppenspieler Bernd Beutter. © Foto: mak
mak 02.11.2018

Zehn Jahre Theater in der Talmühle - wenn das kein Grund zum Feiern ist. Und das haben die Verantwortlichen vom Puppenspiel und Theaterverein Blaubeuren samt ihren Gästen ausgiebig getan. Der ganze Oktober stand im Zeichen des Jubiläums. Es gab eine breite Palette an Veranstaltungen und Theatervorstellungen bei freiem Eintritt. Höhepunkt war jetzt die Premiere des Marionettenstücks „Sag mir, wie die Liebe ist“, frei nach dem Märchen „Die Gänsehirtin“ der Gebrüder Grimm. Das kleine Theater mit seinen 42 Sitzplätzen war bis auf den letzten Platz besetzt, auch der Bürgermeister samt einigen StadträtInnen waren zugegen.

Vereinsvorsitzende Barbara Rinker erinnerte daran, dass sich der Vorhang im Zimmertheater am 11. Oktober 2008 zum ersten Mal gehoben hatte. Damals hatten sich Dank der Familie Lutz endlich Räumlichkeiten für das heimatlos gewordene Marionettentheater von Hans Busch in der Talmühle gefunden. Inzwischen hat sich das ursprüngliche Marionettentheater programmatisch weiterentwickelt und aufgefächert. Regelmäßig gibt es musikalische und literarische Veranstaltungen. Mit dem im Jahre 2009 neu angefangenen und zunächst transportablen Kaspertheater für Kinder landete man einen Volltreffer. Seit 2017 bekam der Verein den Nebenraum im Haus für das Kaspertheater dazu. „Das kommt sehr gut an. Wir spielen einmal im Monat oder auf Wunsch“, erzählt Barbara Rinker, die die Kasper-Stücke selber schreibt. Inzwischen hat man rund dreißig Stücke im Repertoire.

Die Premiere des elften Marionettenstücks stand an und gelang dann auch bestens. Die acht Strippenzieher hinter der Bühne ließen nach allen Regeln der Kunst die Puppen tanzen. Viel war da für Auge und Ohr geboten. Märchenhafte Kostüme und Kulissen waren zu bewundern. Akustische Effekte wie Vogelgezwitscher oder Gänsegeschnatter wurden originell ins Stück integriert. Natürlich gab es auch alles, was ein gutes Märchen ausmacht. Eine verschwundene wunderschöne Prinzessin, ein Königspaar, ein Galan auf Freiersfüßen, ein altes Mütterchen oder zwei unausstehliche Prinzessinnen.

Nur die Marionettenköpfe hat der Verein geschenkt bekommen. Alles andere wurde in Eigenregie angefertigt. Barbara Rinker hat nicht nur das Märchen umgeschrieben, sie hat auch mit Gisela Wulfert die fantastischen Kostüme geschneidert. Ehemann Peter Rinker hat den Marionetten Glieder gemacht und ist der Mann für die Technik und das Bühnenbild. Vor fünf fantasievollen Bühnenbildern mit teils wunderschönen Kulissen wurde gekonnt gespielt.

Gut entwickelt

„Ich freue mich, dass sich das Theater so gut entwickelt hat“, sagte Hans Busch, der einstige Initiator des Blaubeurer Marionettentheaters. Die siebenjährige Isabel war mit ihrer Mama aus Schmiechen gekommen. Als jüngster Gast meinte sie in der Pause „Ich finde es ganz toll. Am meisten hat mir das mit den Tränen und den Perlen gefallen. Die Kleider sind ganz arg schön. Ich bin schon gespannt, wie es weitergeht.“

Das Stück wird am 11. und 25. November  sowie am 9.und 14. Dezember gespielt. Es ist für Erwachsene und Kinder geeignet. Beginn jeweils um 16 Uhr, außer am 14. Dezember (20 Uhr).

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