Langenau WM-Pflüger packen es an

Ulrich Münkle beackert das Wettkampf-Feld.
Ulrich Münkle beackert das Wettkampf-Feld. © Foto: Privat
Langenau / Stefan Czernin 08.12.2017

Mit jeder Menge Eindrücke sind Leistungspflüger Ulrich Münkle aus Göttingen und sein Trainer Manfred Wolf von der Pflug-Weltmeisterschaft in Kenia nach Langenau zurückgekehrt, empfangen von Freunden und der Pflügergemeinschaft Ulm. „Es war richtig super“, sagt Münkle. Aber es gibt zumindest einen Kenianer, dem die beiden Deutschen ebenfalls in bleibender Erinnerung bleiben dürften: Taxifahrer Dominik. Zunächst einmal deswegen, weil die beiden Deutschen morgens immer mit die ersten waren, die zum Trainieren zum einige Kilometer entfernten Feld wollten. Hauptsächlich aber wegen der zupackenden Art von Münkle und Wolf.

„I love the German engineers“

Dazu muss man wissen, dass die Straßen in Kenia oft Buckelpisten sind. Was eines Tages die Achs­aufhängung des Taxis mit dem Zusammenbruch quittierte. Jeder Pauschaltourist hätte sich dann wohl schleunigst nach einer anderen Fahrgelegenheit umgeschaut. Nicht so Münkle und Wolf:  Mit dem mitgebrachten Werkzeug wurden passende Ersatzteile gefertigt, das Taxi wieder fahrtüchtig gemacht. Was Dominik zutiefst freute: „I love the German engineers.“

In seiner Disziplin „Beetpflug“ ist Münkle im Mittelfeld gelandet. Nach einem guten sechsten Platz von 23 Teilnehmern im Stoppelfeld pflügen („Darauf bin ich megastolz“), lief es auf dem Grasland durchwachsen. Weltmeister wurde ein Teilnehmer aus den USA. Aber die Gesamtplatzierung – 14. Platz – ist für Münkle nicht entscheidend. Es waren die Erlebnisse darum herum. Die Kollegialität unter den Teilnehmern.  Oder der Smalltalk mit Präsident Uhuru Kenyatta, der mit einem Militärhubschrauber einschwebte, um die WM-Teilnehmer zu begrüßen.

Dazu hatten die Veranstalter noch eilends Fahnenstangen aufgestellt, um entsprechende Flaggen zu hissen. „Just in time“, berichtet Münkle. Der Gelassenheit tat dies keinen Abbruch. „TIA“ lautet dort allenthalben die Devise, wenn es im Alltag knapp wird oder auch mal nicht klappt: „This is Africa“.