Die Coronakrise hat Einfluss auf nahezu alle Lebensbereiche – auch auf „Wir lesen“, das Bildungsprojekt der SÜDWEST PRESSE. Im ersten Lockdown im Frühjahr musste das Projekt gestoppt werden, weil die Schulen geschlossen waren. Das ist jetzt nicht der Fall: „Wir lesen intensiv“ konnte in der vergangenen Woche wieder starten. „Wir leben aber mit dem Risiko, dass das jederzeit wieder passieren kann“, sagt Projektleiterin Katharina Kühnle. Außerdem könnten einzelne Teilnehmer-Klassen in Quarantäne kommen – bisher ist das aber nicht passiert.

Sonstige Projekte fallen aus

Tatsächlich melden sich dieses Schuljahr sogar eher mehr Klassen für das Zeitungsprojekt an als üblich. Bei „Wir lesen intensiv“ für die weiterführenden Schulen sind knapp 100 Klassen dabei. Für „Wir lesen junior“, das Ende April an den Grundschulen startet, sind jetzt schon 60 Klassen angemeldet, normalerweise sind es insgesamt rund 100. Und auch für „Wir lesen mini“ an den Kindergärten, das Anfang März beginnt, sind schon mehr als 20 Anmeldungen eingegangen. Ein Grund könnte sein: Sonstige Projekte, Aktionen und Ausflüge, die in anderen Jahren zusätzlich zum normalen Unterrichtsalltag geplant sind, fallen aus. „Wir haben das Gefühl, dass die Schulen ganz froh sind, dass sie etwas machen können“, sagt Kühnle. Es sei darum jetzt besonders wichtig, sich frühzeitig für das Projekt anzumelden.

Recherche per Telefon oder Video

Die Recherche-Angebote der Projektpartner laufen anders ab als gewohnt. Sie sind normalerweise darauf ausgerichtet, dass die Klassen zu den Partnern kommen und vor Ort bestimmte Themen recherchieren. „Das wird dieses Schuljahr nicht gehen“, erzählt Kühnle. „Die Projektpartner waren aber alle sehr flexibel und haben ihre Angebote umgestellt.“ Jetzt kann auch ein Telefon- oder Videointerview organisiert oder Infomaterial verschickt werden.

Eltern bekommen elektronische Zeitung

Dieses Schuljahr gibt es außerdem zum ersten Mal Elterngutscheine für die E-Zeitung der SÜDWEST PRESSE. Die Eltern der Teilnehmer können die elektronische Zeitung damit vier Wochen umsonst daheim lesen. Und somit haben die Schüler auch zuhause Zugang zu den Artikeln. „Das ist für uns auch ein bisschen eine Versicherung, falls die Schüler doch wieder zuhause sitzen“, sagt Kühnle. „Das wird uns helfen.“ Sie ist gespannt, wie die Resonanz ausfällt.

Hoffen auf Normalbetrieb im nächsten Jahr

Die Projektleiterin hofft, dass sich die Pandemie-Situation nächstes Jahr im Laufe der warmen Jahreszeit wieder entspannen wird – damit dürfte die Organisation für „Wir lesen junior“ und „Wir lesen mini“ auch einfacher werden, sagt sie: „Das sind jetzt temporäre Einschränkungen für „Wir lesen intensiv.“