Einige Schülerinnen und Schüler des Robert-Bosch-Gymnasiums Langenau haben Reisereportagen verfasst. Sarah Erhardt schreibt über einen Ausflug nach Ladonien, eine Mikronation in Schweden:
Nach einer längeren Wanderung durch den Wald kommen wir zu einer Art Hängebrücke aus alten Holzplanken und Treibholz. Von weitem hört man leise das Meer rauschen. Es riecht nach Wald und Salz, eine komische Mischung eigentlich. Man muss aufpassen, um nicht an herausragenden Nägeln hängen zu bleiben und nicht in die Spalten zwischen den Brettern zu treten.
Wir sind in Ladonien, einer Mikronation an der südschwedischen Küste am Kattegat. 1980 fing hier der schwedische Künstler Lars Vilks an, eine aus Treibholz bestehende Konstruktion namens Nimis (lateinisch für „zu viel“) zu bauen. Sie wiegt mittlerweile 75 Tonnen und befindet sich im Naturschutzgebiet Kullaberg im nordwestlichen Schonen. Wegen des Kunstwerks gab es einen jahrelangen Gerichtsstreit mit örtlichen Behörden, 1996 rief Vilks den Staat Ladonien aus.

Klettern und ein Vesper

Mittlerweile sind wir unten angekommen und sehen das Herzstück des Kunstwerks vor uns: eine Reihe aus Treibholz bestehender Türme. Mein Bruder versucht direkt im Turm hinaufzuklettern, er kommt fast bis an die Spitze, und meine Mutter bekommt langsam Schnappatmung. Wir verbringen fast den ganzen Nachmittag mit Klettern vor maritimer Kulisse. Schließlich packen wir – wie es sich im Urlaub gehört – das Vesper aus. Simon, mein kleiner Bruder, verkündet: „Ich wohn’ ab jetzt hier!“ So abwegig ist das gar nicht – wohnen kann man hier zwar nicht, aber man kann online eine kostenlose Staatsbürgerschaft beantragen. Auf der Homepage Ladoniens ist zu lesen: „Niemand lebt in Ladonien. Alle Staatsbürger sind Nomaden.“ Derzeit (2020) gibt es 22 858 ladonische Staatsbürger und 125 Minister.
Nimis ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Wer Kunst mal anders erleben möchte, ist hier genau richtig.