Wann unbeschwertes Reisen wieder möglich ist, kann noch niemand sagen – das Fernweh ist groß. Zeit, in Erinnerungen zu schwelgen. Einige Schülerinnen und Schüler des Robert-Bosch-Gymnasiums Langenau haben Reisereportagen verfasst. Sophie Junginger schreibt über einen Ausflug in den Krka-Nationalpark in Kroatien:
Der warme Sommerwind bläht die Segel auf und weht den salzigen Geruch des Meeres herüber. Jederzeit könnte man die Segel einholen und im scheinbar unendlich tiefen Meer schwimmen gehen. Die heiße Sonne brennt vom Himmel und die Verlockung ist groß, während der Fahrt die Beine im Wasser baumeln zu lassen. Solange die Segel gehisst sind, ist das aber leider nicht möglich. Das kann die Stimmung allerdings nicht trüben, wenn man solch ein tolles Ziel vor Augen hat: den Krka-Nationalpark!

Besuch während eines Segeltörns

Der im Jahr 1985 gegründete Nationalpark unweit der Stadt Skradin in Kroatien beherbergt auf einer Fläche von 110 Quadratkilometern einen rund 45 Kilometer langen Flussabschnitt und somit sieben der acht großen Wasserfälle des Flusses Krka, der Skradin mit dem Meer verbindet. Man kann die Stadt deshalb problemlos mit dem Segelboot erreichen. Es bietet sich daher an, die Wasserfälle des Krka-Nationalparks während eines einwöchigen Segeltörns von Zadar nach Skradin zu besuchen.
Nach einer zweitägigen Fahrt von Zadar, vorbei an der Insel Pašman, weiter in Richtung Šibenik, gelangt man schließlich zur Mündung des Flusses Krka ins Mittelmeer. Wenn der Mast des Segelboots nicht übermäßig groß ist, kann man ohne Probleme den Fluss hinauf und unter einigen Brücken hindurch nach Skradin fahren. In der Schlucht, die man dabei durchfährt, aber auch an den Wasserfällen des Flusses, wurden in den 1960er Jahren Teile der Winnetou-Reihe gedreht.

Reges Treiben im Hafen

In der Marina Skradin herrscht reges Treiben. Boote legen an und ab. Wegen des Süßwassers kann man Schwäne, Wasserfrösche und sogar eine kleine Wasserschlange beobachten. Zu Fuß dauert es knapp zehn Minuten bis zur Verkaufsstelle für die Eintrittskarten des Nationalparks.
Über die Jahre stieg der Eintrittspreis leider stark an. Das hält die meisten aber nicht von einem Besuch im Nationalpark ab. Immerhin kann man mit der Karte auch kostenlos das Ausflugsboot nutzen, welches flussaufwärts zu einer Anlegestelle fährt. Von dort aus sind es nicht einmal mehr fünf Minuten zu Fuß, bis man die großen Wasserfälle vor sich hat.

Viele Menschen im Wasser

Umgeben vom satten Grün des Waldes übertönt das Tosen der Wasserfälle alles und jeden. Im Wasser vor den Wasserfällen ist eine Markierung zu sehen. Bis dorthin ist es erlaubt, schwimmen zu gehen. Allerdings sind so viele Menschen im Wasser, dass es trotz Hitze nicht besonders einladend erscheint, sich zwischen all die Menschen zu zwängen.
Der Rundgang durch den Nationalpark startet an einem hölzernen Steg, der einmal quer über den Fluss führt. Die Menschenmassen drängen sich auf dem Steg, um einen möglichst guten Winkel für Fotos der atemberaubend schönen Wasserfälle zu erhaschen. Überall sieht man Touristen ihre Kameras und Smartphones zücken – in der Hoffnung, ein unvergessliches Selfie mit Familie oder Freunden oder ein hübsches Landschaftsbild zu machen. Das Gebiet ist sumpfig und immer wieder begegnen einem die hölzernen Stege, die vor nassen Schuhen schützen. Auf halber Strecke kommt man zu einem Souvenirladen, in dem man auch ein Eis zur Abkühlung kaufen kann.

Viele Wasserfrösche, Fische und Vögel

Meist verläuft der Weg durch den schattigen Wald, nur selten ist man den Sonnenstrahlen ausgesetzt. Je weiter man sich von den großen Wasserfällen entfernt, desto ruhiger wird es. Die Natur wirkt besinnlich und stellenweise ist man sogar fast allein und kann die anderen Menschen nur in Entfernung ausmachen. In den sumpfigen Gebieten beobachtet man eine Vielzahl von Wasserfröschen, Fischen und Vögeln. Insgesamt leben im Nationalpark etwa 860 Pflanzen- und 220 Tierarten. Wegen seiner Artenvielfalt zählt er als eines der wertvollsten Biotope Europas.
Doch auch der beste Rundgang geht irgendwann zu Ende und auf dem Ausflugsboot schippert man zurück nach Skradin. Das Segelboot legt ab und nach der Fahrt auf dem glatten Wasser des Flusses kommt endlich wieder das offene Meer in Sicht. Wind kommt auf, die Segel werden gehisst und mit voller Fahrt geht es zurück in Richtung Zadar.

860


Pflanzenarten gibt es ungefähr im Nationalpark Krka. Außerdem leben dort 220 Tierarten. Wegen seiner Artenvielfalt zählt der Park als eines der wertvollsten Biotope Europas.