Dietenheim Winterlicher Schmuck für Gräber: Islandgesteck liegt im Trend

Obwohl die Nachfrage nach Grabschmuck bei den Gärtnereien in den vergangenen Jahren etwas zurückgegangen ist: In diesen Tagen werden zahlreiche Gestecke in allerlei Formen gefertigt. Fotos: Dunja Striebel
Obwohl die Nachfrage nach Grabschmuck bei den Gärtnereien in den vergangenen Jahren etwas zurückgegangen ist: In diesen Tagen werden zahlreiche Gestecke in allerlei Formen gefertigt. Fotos: Dunja Striebel
DUNJA STRIEBEL 31.10.2014
Kurz vor den katholischen Feier- und Gedenktagen Allerheiligen und Allerseelen ist Hochsaison für neuen Grabschmuck.

Derzeit sind viele Menschen auf den Friedhöfen unterwegs. Sie bepflanzen die Gräber neu für den kommenden Winter und schmücken sie für die anstehenden Feiertage mit Gestecken.

Laut Connie Wild hat sich in den vergangenen 20 Jahren zwar die Nachfrage nach Grabgestecken in Fachgeschäften leicht verringert, doch habe das wohl damit zu tun, dass in den Supermärkten die Gestecke viel günstiger angeboten werden, als in den hiesigen Gärtnereien. Die ausgebildete Floristin meint auch, als es früher noch nicht so viele Gärtnereien gab, die meisten Menschen die Gräber ihrer Verstorbenen selbst dekoriert haben.

Zu Herbst- und Wintertemperaturen passen keine sommerlichen Pflanzen mehr: Geranien, Begunien oder allgemein blühende Pflanzen werden entsorgt. Gräser, winterfestes Efeu, Steine, Erika und vor allem Rindermulch werden im Winter benötigt, um das Grab zu verschönern und abzudecken.

Der Dietenheimer Gärtner Robert Natterer hat die Erfahrung gemacht, dass viele Bürger auch heute noch sehr großen Wert auf Winterschmuck für Gräber legen. Weil er und seine Frau, Petra Heilig, die meisten Verstorbenen kennen, können sie individuell entscheiden, was auf das jeweilige Grab passt. Im Trend liegen vor allem die Kränze in Kreuzformen, normale Reißiggestecke mit trockenen Materialien, geschmückt mit Nelken und Frischblumen, weiß Connie Wild. Ganz besonders werde aber auch nach Islandgestecken gefragt, dabei handelt es sich um eine reichhaltige Auswahl von Bukett, Island-Moos-Teilen und Waldbroschen.

Urnengräber werden mit denselben Vorlieben geschmückt, nur dass diese wegen des Platzmangels dort etwas kleiner ausfallen müssen. Immer häufiger werden elektronische Grablichter statt der Kerzen benutzt, so Connie Wild. Deren Vorteil: Sie halten mehrere Monate lang ohne auszugehen. Auch bei starkem Wind gehe das Kerzenlicht nicht aus, sondern brennt weiter vor sich hin.

Robert Natterer und Petra Heilig lieben beide ihren Beruf als Gärtner. Und für Connie Wild ist jetzt eine ganz besondere Zeit: "Mein ganzes Haus duftet nach allen möglichen weinachtlichen Koniferen." Die Hobbyfloristin verbindet mit der Verwendung von diesen Pflanzenarten den Übergang von Herbst zu Winter, vom Nebel zur Adventszeit. "Seien es nur die Tannenzapfen. Die rufen bei mir gleich das Gefühl hervor mein Tannenbaum stünde da."

Backwaren an Allerheiligenund Halloween

Für die Jahreszeit um Allerheiligen und Halloween machen manche Bäckereien ihren Kunden ein herbstliches Angebot: So verkauft die Bäckerei Bauer aus Dietenheim derzeit das sogenannte "Hutzelbrot". Es ist ein traditionell schwäbisches Brot und enthält getrocknete Früchte. Die Zutaten: Weizenmehl, Wasser, Dörrbirnen (Hutzeln), Datteln, Feigen, Pflaumen, Haselnüsse, Sultaninen, Zucker, Salz, Gewürze und Backmalz. Natürlich gibt es auch Halloween-Gebäcke für die Kinder, die in Geister- oder Fledermausform mit Schockoladenüberguss daherkommen.