Dornstadt / Von Thomas Steibadler

Wer baut, braucht Geduld. Nicht nur Großprojekte können deutlich länger dauern als anfangs gedacht. So muss auch die Gemeinde Dornstadt die Wiedereröffnung des Hallenbads verschieben. Diese war – nach dann etwa 18 Monaten Bauzeit – für September geplant. Daraus wird nichts. Das Hallenbad werde nun „nach den Herbstferien“ öffnen, sagte Hauptamtsleiter Jörg Hunke in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag auf eine Anfrage unter dem Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“.

Die Verzögerung ist Bauamtsleiter Frieder Braig zufolge auf Terminprobleme einer Fachfirma zurückzuführen. Diese sollte während der Sommerferien den Hubboden des großen Beckens justieren. Diese Arbeiten sollen nun im September ausgeführt werden, dann folgt der Probelauf des sanierten Bads mit der Untersuchung von Wasserproben. Der Kostenrahmen von 7,1 Millionen Euro für die Sanierung kann laut Braig voraussichtlich gehalten werden. Der erste Schultag nach den Herbstferien und möglicher Wiedereröffnungstag ist übrigens Montag, 6. November.

Anfang November könnte, wenn alles planmäßig verläuft, auch ein anderes Projekt abgeschlossen werden, auf das die Gemeinde lange hingearbeitet hat: der Radweg an der Landesstraße 1239 nach Bollingen. Bei der Planung – eigentlich Sache des Landes – war die Kommune auf die Zusammenarbeit mit dem Regierungspräsidium Tübingen als zuständiger Landesbehörde angewiesen sowie auf die Verkaufsbereitschaft der Grundstückseigentümer. Nun hat das Land auch das nötige Geld bereitgestellt, so dass nach den Worten von Bauamtsleiter Frieder Braig am 24. Juli mit dem Bau begonnen werden kann.

Einstimmig hat der Gemeinderat die Arbeiten für insgesamt etwa 730.000 Euro vergeben. Davon übernimmt das Land knapp 500.000 Euro für den Radweg und die gleichzeitige Erneuerung des Fahrbahnbelags. Der Bau-Abschnitt ist etwa ein Kilometer lang, beginnt westlich der Brücke über Autobahn und Schnellbahntrasse und endet am Ortseingang von Bollingen, „da, wo die Straße schlecht wird“, wie Braig sagte.

Nach Ansicht von Gemeinderat Michael Gugelfuß (SPD) müsste auch die Ortsdurchfahrt selbst einen neuen Belag bekommen, „fahren Sie da mal mit dem Fahrrad“. Der Bauamtsleiter sieht dafür aber keine Chance: „Das Land wird da nichts machen.“ Die Mittel, die dem Regierungspräsidium zur Verfügung stehen, reichten nicht einmal, um auch den Unterbau der Straße zu erneuern oder die Fahrbahn zu verbreitern. Im fraglichen Abschnitt bleibt es also bei 6 bis 6,50 Metern. Das solle aber nicht dramatisiert werden, sagte Braig: „Das wird eine gute neue Straße, die leider nicht so breit ist.“

Aber über eine Linksabbiegerspur ins neue Gewerbegebiet Bollingen verfügen wird. Diese Spur sowie Leerrohre für Glasfaserkabel gehen mit insgesamt 230.000 Euro zu Lasten der Gemeinde. Die Gewerbegrundstücke sind Braig zufolge erschlossen und zum Teil verkauft.

Doch Linksabbiegerspur zur neuen Halle

Planung Als Zufahrt zur geplanten Mehrzweckhalle in Scharenstetten wird auf der Landesstraße 1243 von Luizhausen her doch eine Linksabbiegerspur eingezeichnet. Darauf hätten Polizei und Landratsamt bestanden, sagte der Dornstadter Bauamtsleiter Frieder Braig im Gemeinderat. Außerdem werde in einem Lärmgutachten geklärt, ob die Anliegergrundstücke durch einen Wall oder eine Wand von Hallenzufahrt oder -parkplatz abgeschirmt werden müssten.