Die Eiszeit ist für die Region Schwäbische Alb zum zentralen Thema geworden. „Land des Löwenmenschen“ oder „inspiriert – seit Urzeiten“ lauten einige Werbe-Slogans. Der Erfolg gibt dem Tourismus-Verband recht, hieß es auf der CMT: Mit einem Plus von 5,3 Prozent bei den Übernachtungen habe sich die Strategie als richtig erwiesen, urteilte Louis Schumann, Geschäftsführer des Verbands Schwäbische Alb Tourismus. Keine andere Urlaubsregion in Baden-Württemberg habe solch hohe Wachstumszahlen. Besonders erfreulich sei, dass die Zahl ausländischer Besucher stark gestiegen sei. „Trotzdem sehen wir noch immer ein enormes Entwicklungspotential für die Region“, ergänzte Schumann und verwies auf den Unesco-Welterbeantrag, über den in diesem Jahr entschieden werden soll.

Hermann Mader, Vorsitzender des Fördervereins Eiszeitkunst im Lonetal, zeigte sich optimistisch, dass der Antrag erfolgreich sein wird: „Bereits vor 40.000 Jahren war die Schwäbische Alb ein Innovationszentrum, hier ereignete sich ein kultureller Urknall.“ Die weltweit ältesten Funde von figürlichen Kunstgegenständen und Musikinstrumenten stünden anderen Weltkulturerben in nichts nach. Im Archäopark im Lonetal, in Stuttgart und Berlin würden jedenfalls Vorkehrungen getroffen, dass man gebührend feiern könne, wenn im Juli der Welterbe-Status erteilt werde.

„Ist die Venus wieder im Land zu sehen?“, fragte ein älteres Stuttgarter Paar, das etwas abseits des Trubels an den Tourismus-Ständen die Ausstellung „Eiszeitliche Kunst“ betrachtete. Der Mann wusste sehr wohl, dass sich einige der spektakulären Eiszeit-Funde eine Zeit lang auf Reise befanden. Jetzt haben sie im Blaubeurer Urgeschichtlichen Museum ihre Heimat gefunden, erhielten sie zur Auskunft: „Ein zusätzlicher Grund, mal wieder an den Blautopf zu fahren“, resümierten die geschichtlich interessierte Stuttgarter. Und ein Blick in den Archäopark Vogelherd lohne sich dann ebenfalls, ergänzten sie mit Blick auf Gabriele Dalferth, Mitarbeiterin im Archäopark. Sie überraschte immer wieder Zuhörer mit Klängen ihrer Elfenbein-Flöte und erklärte die kunstvolle Bauweise der Flöten.

Ein Eiszeit-Erlebnis wird für Gäste ab 2017 erstmals im Pauschalpaket buchbar: Die Stadt Tübingen hat mit Partnern von der Schwäbischen Alb das Pauschalangebot „Eiszeitkunst und Urgestein“ entwickelt, das verschiedene Erlebnispunkte und Sehenswürdigkeiten miteinander verbindet. Bei zwei Übernachtungen gibt es unter anderem einen Rundgang in Tübingen, einen Abstieg in die Laichinger Tiefenhöhle und – wahlweise – den Besuch des Archäoparks Vogelherd oder des Urgeschichtlichen Museums in Blaubeuren.

Das Thema Höhlen ist nach wie vor attraktiv für die CMT-Besucher. Ein großes Foto vom Mörike-Dom im Blauhöhlensystem entlockte so manchem Messegänger verwunderte Nachfragen, wo das denn zu sehen sei. Momentan ist ein öffentlicher Zugang zum Mörike-Dom zwar nicht absehbar, aber Andrea Lonhard von der Blaubeurer Tourist-Infostelle wurde immer wieder auf den Blautopf angesprochen: Verkleidet im blau-grünem Gewand als „Schöne Lau“ fiel sie natürlich auch  den Messebesuchern auf. Für sie auffällig diesmal: „Es war gut, dass wir jetzt eine neue Karte mit drei markierten Wanderungen rund um Blaubeuren haben. Die ist sehr begehrt.“

Die Schwäbische Alb setzt insgesamt auf das Thema Wandern und bietet entsprechende Arrangements mit Übernachtung an. Außerdem wirbt sie mit einer Broschüre über „Städteperlen“ der Alb – darin finden sich unter anderem Ulm und Blaubeuren als Städte mit vielfältigem Besuchsprogramm. Die vielen Info-Stände sind jedenfalls immer gut besucht – sicher auch dank des kulinarischen Angebots von Backwaren und Bier.