Region Wer hat’s erfunden?

Karl-Heinz Brunner. Ist er der Koko- Erfinder?
Karl-Heinz Brunner. Ist er der Koko- Erfinder? © Foto: Volkmar Könneke
Matthias Stelzer 14.12.2017

Die Schweizer waren es diesmal nicht. Denen ist zwar alles zuzutrauen. Aber eine Kooperations-Koalition für Berlin? Dazu braucht es schon noch die deutsche Sozialdemokratie. Und diese ist bekanntermaßen zwar nicht mehr so groß wie zu den alten Zeiten. Aber breit. Von links nach rechts ist alles drin. Strömungskonflikte inklusive.

Und da könnte sich aktuell ein neuer anbahnen. Eben um die Frage, wer die Kooperations-Koalition, kurz Koko, erfunden hat. Denn während die Idee zumeist der Parteilinken zugeschrieben wird, kursieren auch Gerüchte, Karl-Heinz Brunner könnte der Urheber sein. Einen entsprechenden Artikel im Netz postete der  Illertisser SPD-Bundestagsabgeordnete bei Facebook. Mit dem Zusatz: „Wer hat’s erfunden?“

Auf Nachfrage will Brunner, der nicht der Parteilinken angehört, sondern dem konservativen Seeheimer Kreis, die Erfindung der Light-Koalition nicht für sich vereinnahmen. Er habe nur als einer der ersten über die Möglichkeit geredet. Nicht als „Königsweg“, wie er betont, sondern als „eine Alternative unter mehreren“.

„Viele suchen nach Lösungen“, beschreibt er seine Rolle. Und ist damit schon per Definition ein Erfinder. Denn deren wichtigste Leistung ist zweifellos das Erkennen eines noch nicht gelösten Problems. Ist die „Koko“ also doch eine Erfindung aus Illertissen? Links, rechts – zwei Dumme ein Gedanke? „Wenn Sie rechts und links als dumm bezeichnen wollen, vielleicht“, sagt Brunner. Lieber wäre dem Miterfinder die Formulierung „zwei Strömungen und ein Gedanke“.

Einen Versuch wäre die Koko aus Sicht Brunners jedenfalls wert. Vielleicht schon deshalb, weil eine andere Coco, Chanel nämlich, in den 1920er Jahren immerhin das „kleine Schwarze“ erfunden hat. Und klein in Verbindung mit schwarz, da dürfte selbst in der SPD Einigkeit herrschen, schaden der sozialdemokratischen Sache derzeit nicht unbedingt.