Natur Wenn die Wurzel beleidigt ist

Stadtgärtner Dominik Wansing mit Fernglas bei der Baumkontrolle am Flötzbach.
Stadtgärtner Dominik Wansing mit Fernglas bei der Baumkontrolle am Flötzbach. © Foto: Markus Fröse
Langenau / Markus Fröse 08.11.2018

Die Bäume haben dieses Jahr sehr unter der Trockenheit gelitten, und das wird man auch noch im nächsten Jahr sehen“, fasst Dominik Wansing die Lage nach den jüngsten Baumkontrollen zusammen. Doch gebe es in Langenau im Vergleich mit anderen Gemeinden überdurchschnittlich viele Bäume, denen es grundsätzlich auch gut gehe. „Das liegt wohl daran, dass wir hier so viel Wasser haben“, ergänzt der Stadtgärtner.

Die rund 8000 Bäume in Langenau und den Ortsteilen werden von ihm und seinem Team (siehe Info) regelmäßig kontrolliert. Das ganze methodisch und deshalb sowohl in belaubtem wie auch in unbelaubtem Zustand. Für sensible Bereiche mit besonders hohen Sicherheitsansprüchen wie etwa Spielplätze, Kindergärten und Schulen oder Friedhöfe gebe es ein engmaschigeres Netz an Regelkontrollen. Zusatzkontrollen wiederum seien vorgesehen etwa nach starkem Schneefall oder Unwettern. Oder wenn ein Bagger zu dicht neben einem Baum zugebissen hat und nun „die Wurzel beleidigt ist“, was die Standfestigkeit beeinträchtigen könnte.

Seit 1998 führe er Baumkontrollen durch, sagt Wansing. Doch auch bei dieser langen Erfahrung sei es manchmal besser, eine zweite Meinung einzuholen. Oder, eine spezialisierte Firma mit einem „Zugversuch“ zu beauftragen. Denn trotz vieler Kontrollen müsse immer mit Überraschungen gerechnet werden: „Es gibt auch Grünastbrüche“, sagt der 40-Jährige und deutet auf einen entsprechenden Zeitungsartikel aus dem Raum Ehingen, den er an seine Bürowand gepinnt hat.

Die Ergebnisse der Baumprüfungen münden in eine Auftragsliste, die dann von der Stadtgärtnerei abgearbeitet wird. Was muss gemacht werden, und bis wann? Dies und noch sehr viel mehr soll laut Wansing künftig erfasst werden in einem digitalen Baumkataster, das ab dem kommenden Jahr für die Gemeinde erstellt werde. Eingebettet werden sollen die Informationen in das vorhandene Geografische Informationssystem (GIS) des Verwaltungsverbands Langenau (iwebinfo.de/buergergis/VVL.aspx).

„Jeder Baum bekommt dann sozusagen eine digitale Geburtsurkunde“, erklärt der Stadtgärtner. Erfasst werde der Standort anhand von GPS-Daten und die jeweilige Baumbiologie samt aller Besonderheiten, plus Fotos. Bei Baumkontrollen werden die Datensätze dann wieder auf den neuesten Stand gebracht.

Ein Betrieb mit vielen Aufgaben

Stadtgärtnerei  Um die rund 8000 Bäume im Stadtgebiet kümmern sich zwölf Beschäftigte aus dem Bereich Garten- und Landschaftsbau, darunter zwei Forstwirte und zwei ausgebildete Baumkontrolleure. Zum Team des städtischen Betriebs gehören auch drei Mitarbeiter aus dem Bereich Stadtreinigung und die vier Mitarbeiter des Recyclinghofs.

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