Merklingen - Ein Bahnhof in Merklingen würde vielen Pendlern Vorteile bringen und die Albgemeinden an den öffentlichen Nahverkehr anschließen. Kreisrat Heinz Surek (SPD) hatte deswegen im Sommer an den baden-württembergischen Verkehrsminister Winfried Hermann geschrieben und gebeten, den Vorschlag zu prüfen. Laut Surek wäre der Haltepunkt eine große Chance, den strukturschwachen Raum auf der Albhochfläche zu stärken. Wie die Chancen stehen, darüber wollen sich Bürgermeister der Gemeinden auf der Laichinger Alb am Freitag beim Minister informieren.

"Wir sehen das in Merklingen wohl realistischer als manch anderer Bürger aus den Nachbargemeinden", sagte der Merklinger Bürgermeister Sven Kneipp. "Ein Bahnhof ist doch nicht per Planänderung möglich, die mal eben so durchgezogen wird." Kneipp: "Woher sollen die Flächen kommen? Wir haben einen Flächenverbrauch ohne Ende, da schreit keiner Hurra. Und wer finanziert die Strecke und den Bahnhof?" Der Landkreis habe es abgelehnt, eine Machbarkeitsstudie für die Anbindung der Laichinger Alb an die Bahn zu bezahlen. Die Bahn werde keinen Bahnhof für Merklingen finanzieren. Ein ICE-Halt wäre ohnehin völlig überzogen, aber auch für einen Regionalhalt sieht Kneipp wenig Chancen. Er setzt auf andere Verkehrskonzepte: Car-Sharing und Fahrgemeinschaften.