Regglisweiler Wellness für die Seele

Regglisweiler / KURT HÖGERLE 15.12.2012
Der Urenkel des Luftschiffkonstrukteurs Zeppelin, Graf von Brandenstein-Zeppelin, hat zahlreiche Gläubige ins Kloster Brandenburg gelockt. Auftakt einer Veranstaltungsreihe zu "Vernunft und Glaube."

Was bewegt zwei junge Menschen, einem Herrn in den besten Jahren zuzuhören, was dieser über die Zehn Gebote oder über den ursprünglichen Plan Gottes mit den Menschen zu sagen hat? Für Tobias Neubrand und Judith Werner ist das keine Frage. "Wir wollen mehr wissen, mehr über unseren Glauben erfahren", sagt Judith Werner. "Zuallererst für uns selbst, und dann, um im Gespräch mit anderen mehr Informationen und dadurch bessere Argumente zur Hand zu haben."

Die Vortragsreihe "Vernunft und Glaube" sei ein spannendes und hoch aktuelles Thema, gerade in der heutigen Zeit, sagt der junge Mann. Und natürlich ist es der Referent selber, der an diesem Wochenende zahlreiche Regglisweiler anlockt.

Denn dieser Referent ist nicht Prior oder Priester, sondern einfacher Laie, Jurist und nicht zuletzt ein gestandener Unternehmer mit berühmten Vorfahren: Albrecht Graf von Brandenstein-Zeppelin, der Urenkel des berühmten Luftschiffkonstrukteurs Ferdinand Graf von Zeppelin. Der Vater von sechs Kindern bietet im Kloster Brandenburg eine Reihe von Einkehrtagen an.

Der Auftaktveranstaltung werden Im Laufe des nächsten Jahres mehrere Termine folgen. Neue Glaubensimpulse will Graf von Brandenstein-Zeppelin

Wolf Albrecht Jürgen Ferdinand Graf von Brandenstein-Zeppelin, so sein kompletter und korrekter Name, wurde am 5. August 1950 in Biberach geboren. Er wuchs mit zwei Geschwistern im Schloss Mittelbiberach auf, danach studierte in Hamburg Jura und Betriebswissenschaft. Anschließend war er als Jurist tätig und führt heute den land- und forstwirtschaftlichen Betrieb seines Vaters in Mittelbiberach. Er ist daneben auch in einer ganzen Reihe von Ehrenämtern engagiert, unter anderem im Bund Katholischer Unternehmer, als Mitinitiator der Jugend 200 und als Mitglied im Programmrat des katholischen Fernsehsenders EWTN (Eternal World Television Network).

Wie findet er daneben noch die Zeit für zwei Tage mit drei Vortrags- und vielen Gebetseinheiten? "Der Antrieb, mich neben meinen Verpflichtungen im väterlichen Betrieb auch aktiv für Gott und die Menschen einzusetzen, ist ein ganz einfacher: Es ist die Freude am Glauben", lässt Brandenstein-Zeppelin wissen. Papst Benedikt XI. habe 2013 als Jahr des Glaubens ausgerufen. "Und hier im Exerzizienhaus des Klosters Brandenburg kommen die Leute zusammen, die ich erreichen möchte". Für den Grafen ist der Glaube "Wellness für die Seele".

Den Begriffen der Wellness und der Schönheit begegnen die Gäste in diesen zwei Tagen immer wieder. Schwester Michaela, die die Vortragsreihe mit Albrecht Graf von Brandenstein-Zeppelin organisiert hat, schließt sich mit verschmitztem Lächeln dieser Einschätzung an: " Der Glaube, das ist ein Schönheitsstudio für die Seele." Das aber habe sehr viel mit Vernunft zu tun, und keinesfalls mit Esoterik.

Als Albrecht Graf von Brandenstein-Zeppelin in einem seiner Vorträge auf die Esoterik zu sprechen kommt, geht er mit ihr hart ins Gericht: "Das Erste Gebot lautet: Du sollst keinen Gott haben neben mir". Das sei nicht nur einfache Ablehnung der Vielgötterei, sondern auch eine Absage an die all die kleinen Aberglauben des Alltags: Der Quarz, der angeblich positive Energie ausstrahlt, oder die bunten Plastikscheibchen, die kosmische Strahlung einfangen und umwandeln. Das alles ist für den Referenten Abkehr vom Glauben an den einen Gott und damit Sünde. "Und Sünde sei unvernünftig, denn man soll den Schöpfer anbeten und nicht das Geschaffene."

Auf Kritik stieß Albrecht Graf von Brandenstein-Zeppelin damit bei seinen Zuhörern nicht. Und die kamen aus allen Alters- und Einkommensschichten, vom Rentner über den Facharbeiter in den mittleren Jahren bis zu jungen Leuten wie Tobias Neubrand und Judith Werner. Sie alle suchen Halt und Sicherheit im Glauben.

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