Pflegeheim Wegweisendes Projekt für Heimstiftung und Gemeinde

Grundsteinlegung für das Kurt-Ströbel-Haus der Evangelischen Heimstiftung in Dornstadt. Gerade mauern Bürgermeister Rainer Braig (links) und Heimstiftungs-Prokurist Ralf Oldendorf.
Grundsteinlegung für das Kurt-Ströbel-Haus der Evangelischen Heimstiftung in Dornstadt. Gerade mauern Bürgermeister Rainer Braig (links) und Heimstiftungs-Prokurist Ralf Oldendorf. © Foto: Matthias Kessler
Dornstadt / Von Thomas Steibadler 11.11.2017
Der Pflegeheim-Neubau neben dem Kultur- und Sporttreff in Dornstadt kostet 10,5 Millionen Euro, gestern ist der Grundstein gelegt worden.

Im Sommer 2019 soll es fertig sein, das Kurt-Ströbel-Haus in Dornstadt. Die Evangelische Heimstiftung hat ihr Projekt nach dem gebürtigen Ulmer benannt, der von 1985 bis 1995 Vorstandsvorsitzender des damaligen Heimstiftungs-Vereins war. Ein imposanter Mann sei der Jurist gewesen, „zwei Meter groß und genauso breit“, sagte Ralf Oldendorf, Prokurist der Heimstiftung, gestern bei der Grundsteinlegung in Dornstadt. Zudem sei Ströbel, 1995 in Stuttgart gestorben, Neuem gegenüber immer aufgeschlossen gewesen.

Einen neuen Weg schlägt die Heimstiftung in Dornstadt auch mit dem jetzt begonnen Vorhaben ein. In dem Gebäude neben dem Kultur- und Sporttreff, die Heimstiftung spricht von einem „Quartiershaus“, werden 45 Pflegeplätze in Einzelzimmern angeboten. Jeweils 15 Bewohner bilden eine Wohngruppe mit gemeinsamem Aufenthaltsbereich und gemeinsamer Küche. Zudem gibt es 19 betreute Wohnungen und eine Tagespflege für bis zu 15 Gäste. Der Neubau sei in erster Linie auf den örtlichen Bedarf ausgerichtet, sagte Oldendorf.

Die Heimstiftung gibt die Investition mit 10,5 Millionen Euro an, nach den Worten des Prokuristen „ein messerscharfer Preis“. Der Grundsteinlegung müssen also intensive Verhandlungen vorausgegangen sein, das deutete auch Uli Kälber an, einer der Geschäftsführer des Stuttgarter Bauunternehmens Rommel. In seinem Grußwort – „entsprechend der Bauzeit und dem Baupreis eher knackig gehalten“ – sprach Kälber von einer angespannten Marktsituation und Materialengpässen auf dem Bau.

Umzug wird angeboten

Sobald das Kurt-Ströbel-Haus fertig ist, wird die Heimstiftung das bisherige Pflegeheim („Haus 7“) auf ihrem Areal östlich der Bundesstraße 10 räumen. Dort ist die Kapazität inzwischen auf ebenfalls 45 Plätze reduziert worden. Allen Bewohnern werde der Umzug in den Neubau angeboten, sagte Prokurist Oldendorf. Auch die Mitarbeiter „dürfen und sollen mitgehen“. Zur Zeit beschäftigt  die Heimstiftung im Pflegeheim und im Geriatrium insgesamt etwa 130 Mitarbeiter.

Der Neubau entstehe „genau am richtigen Standort für ein Pflegeheim“, sagte Bürgermeister Rainer Braig in seinem Grußwort. Durch die Nähe zur Ortsmitte würden sich Beziehungen zu anderen Einrichtungen und zu Bürgern unterschiedlicher Altersgruppen weitgehend von selbst ergeben. Das Projekt sei zudem „ein erster wichtiger Baustein“ für die Entwicklung des bisherigen Geländes der Heimstiftung, das die Kommune kaufen will (siehe Infokasten).

Auch Josef Barabeisch, Sozialdezernent des Alb-Donau-Kreises, lobte die Bau-Entscheidung der Heimstiftung. Dornstadt sei zum einen in der Altenhilfe-Planung des Landkreises ein wichtiger Standort. Zum anderen sei der zentrale Bauplatz gut gewählt: „Das passt zum Grundgedanken der Inklusion.“

Wettbewerbssieger stehen am 13. Dezember fest

Stadtentwicklung „Neues Wohnen und Arbeiten im ehemaligen Betreuungs- und Pflegezentrum in Dornstadt.“ Unter diesem Titel hat die Gemeinde einen städtebaulichen Wettbewerb zur Gestaltung des großen Areals östlich der Bundesstraße 10 ausgelobt. Mehr als 20 Architekturbüros nehmen teil. Über die Aufteilung der insgesamt 84 000 Euro Preisgeld wird die Jury am 13. Dezember entscheiden. Vom 14. bis 17. Dezember werden dann alle Entwürfe in der Turnhalle des Bühl-Schulzentrums zu sehen sein. Auf dem Gelände bei Himmelweiler soll nach dem Auszug der Evangelischen Heimstiftung ein neues Quartier entwickelt werden. Die Heimstiftung wird dort das Geriatrium zur Pflege psychisch und demenziell erkrankter Menschen weiter betreiben. Zusammen mit dem Diakonischen Institut für soziale Berufe werde ein „Campus Pflege und Betreuung“ entstehen.