Das Trinkwasser, das die Landeswasserversorgung abgibt, erreicht kurzzeitig einen höheren Härtegrad als üblich. Mit einem Wert von circa 15 liegt es vom 3. bis zum 13. Februar in einem Bereich, der in Deutschland als „hart“ gilt. Die Ursache dafür ist die Abschaltung der Donauwasserfilteranlage in Langenau.

Weder an der Qualität, noch am Geschmack ändere der höhere Härtegrad etwas. „Es ist nichts, worauf man sich wirklich einstellen muss“, sagt Bernhard Röhrle, Pressesprecher der Landeswasserversorgung. Sonderfälle gebe es jedoch: Wer ein Aquarium mit exotischen Fischen hat – etwa aus dem Amazonas – müsse sich informieren. Auch Zahnarztpraxen, die mit feinen Geräten arbeiten, könnten betroffen sein. Das gelte ebenso für Lebensmittelhersteller. Brauereien oder Limo-Hersteller müssen teilweise ihre Rezepturen anpassen.

Die Filteranlage ist verschlissen

Die Filtration in der Anlage sorgt seit 47 Jahren dafür, dass knapp die Hälfte des Trinkwassers bei Leipheim aus der Donau entnommen werden kann. Durch große Rohre gelangt es in die Anlage nach Langenau. Diese wird seit letztem Jahr saniert und muss nun für zehn Tage abgeschaltet werden. Beim Aufbereiten kann das Werk in dieser Zeit nicht auf das gefilterte Flusswasser zurückgreifen. Stattdessen wird das Leitungswasser nur aus Grundwasser gewonnen – und das ist härter.

Die Donauwasserfilteranlage ist bereits seit 1973 in Betrieb. Rechne man da noch die Bauzeit hinzu, sei man bei einem 50 Jahre alten Gebäude, sagt Röhrle. „Der wesentliche Grund für die Sanierung ist das Alter.“ Dadurch ist die Anlage verschlissen. „Es fließen schließlich im Jahr 45 Millionen Kubikmeter Donauwasser durch“, fügt er hinzu.

Die Sanierungen betreffen zwei Aufbereitungsstufen: die Sandfiltration und die Aktivkohlefiltration. Innerhalb von vier Jahren finden an den zehn Becken Bauarbeiten statt. Über diesen Zeitraum werden die Filter einzeln oder paarweise abgeschaltet, während die übrigen laufen. „Wir machen die Sanierung bei laufendem Betrieb“, erklärt Röhrle. Doch für Arbeiten an der Rohwasserrinne muss nun die komplette Anlage abgeschaltet werden. Die Decke der Rinne soll neu beschichtet werden, wie die Landeswasserversorgung mitteilt. Über sie fließt das unbehandelte Flusswasser rein und wird an zehn Filter verteilt. „Die Außerbetriebnahme ist die erste und selten“, sagt Bernhard Röhrle.

Bauarbeiten dauern noch bis 2022 an

Der Härtegrad des Trinkwassers aus dem Langenauer Wasserwerk liegt eigentlich bei 13,4 und gilt damit als „mittel“. Für zehn Tage überschreitet er die Grenze. „Die Härte definiert sich über die Konzentration von mineralischen Inhaltsstoffen im Wasser“, erklärt Röhrle. Je höher der Anteil von Calciumcarbonat, desto härter ist das Wasser.

Die Landeswasserversorgung greift an normalen Tagen neben dem Donauwasser auch zur Hälfte auf Grundwasser zurück, das aus dem verkarsteten Jura der Schwäbischen Alb gespeist wird, wo versickerndes Niederschlagswasser viele Mineralstoffe aufnimmt, insbesondere Kalk. „Vor der Enthärtung in Langenau hat es einen Grad von rund 20“, sagt Röhrle. Danach wird es mit dem aufbereiteten Donauwasser „gemischt“.

Noch bis 2022 finden an der Donauwasserfilteranlage Bauarbeiten statt. Die Kosten belaufen sich auf 6,1 Millionen Euro, wie die Landeswasserversorgung auf Anfrage mitteilt. Durch die Sanierung soll sich jedoch nichts an der Technologie ändern, wie Röhrle sagt. „Sie hat sich bewährt.“

Trinkwasser aus verschiedenen Vorkommen


Herkunft Die Landeswasserversorgung gewinnt Trinkwasser aus drei verschiedenen Vorkommen: zu 40 Prozent aus Flusswasser, zu weiteren 40 Prozent aus Grundwasser und zu 17 Prozent aus Quellwasser. Ein geringer Rest ist fremdbezogen. Das württembergische Donauried ist einer der wichtigsten Grundwasserspeicher im Land. Grundwasser kommt zudem aus den Tiefbrunnen bei Burgberg. Das verwendete Quellwasser stammt aus der Buchbrunnenquelle bei Dischingen. Flusswasser wird bei Leipheim aus der Donau gepumpt.

Versorgung Etwa drei Millionen Menschen in Baden-Württemberg und Bayern erhalten ihr Trinkwasser von der Landeswasserversorgung. Sie gibt jährlich mehr als 100 Millionen Kubikmeter ab. Seit 1965 ist die Landeswasserversorgung kommunaler Zweckverband.