Kommunalwahl Was jugendlichen Erstwählern wichtig ist

Orte zum Feiern und um Sport zu treiben, bessere Bus- und Bahnverbindungen von und nach Ulm, ein besseres Mobilfunknetz: Die Wünsche der Jugendlichen sind vielseitig und teilweise sehr konkret.
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Orte zum Feiern und um Sport zu treiben, bessere Bus- und Bahnverbindungen von und nach Ulm, ein besseres Mobilfunknetz: Die Wünsche der Jugendlichen sind vielseitig und teilweise sehr konkret.
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Orte zum Feiern und um Sport zu treiben, bessere Bus- und Bahnverbindungen von und nach Ulm, ein besseres Mobilfunknetz: Die Wünsche der Jugendlichen sind vielseitig und teilweise sehr konkret.
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Orte zum Feiern und um Sport zu treiben, bessere Bus- und Bahnverbindungen von und nach Ulm, ein besseres Mobilfunknetz: Die Wünsche der Jugendlichen sind vielseitig und teilweise sehr konkret.
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Orte zum Feiern und um Sport zu treiben, bessere Bus- und Bahnverbindungen von und nach Ulm, ein besseres Mobilfunknetz: Die Wünsche der Jugendlichen sind vielseitig und teilweise sehr konkret.
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Orte zum Feiern und um Sport zu treiben, bessere Bus- und Bahnverbindungen von und nach Ulm, ein besseres Mobilfunknetz: Die Wünsche der Jugendlichen sind vielseitig und teilweise sehr konkret.
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Von Amrei Oellermann

Wählen? Oder nicht? Für die Jugendlichen, die am Freitag im Feuerwehrgerätehaus auf Einladung der Kreisjugendfeuerwehr in Ehingen zusammenkamen, stellte sich diese Frage nicht. „Nur wer wählt, kann dazu beitragen, dass sich etwas verändert“, sagte Matthias Braig (19) aus Allmendingen. Auch bei einer Veranstaltung im Jugendhaus Erbach einige Tage zuvor war der Tenor klar: Wer nicht wählt, ändert nichts. „Erbach ist auch für uns Jugendliche da“, sagte Jana Mayr (16). Sie hoffte, als Wählerin mit ihren Anliegen mehr Gehör bei Verwaltung und Gemeinderat zu finden. Bei beiden Terminen hatten junge Menschen Gelegenheit, mit amtierenden Gemeinderäten ins Gespräch zu kommen. Sie nutzten das Zusammentreffen, um Wünsche zu äußern.

 

ÖPNV

Wer in Erbach auf Busse und Bahnen angewiesen ist, muss flexibel sein – oder auf seine Eltern hoffen. „Die Busse von und nach Ulm sind teilweise extrem voll“, klagte Mona Bailer (16). Zudem sei der Takt ungünstig: „Wenn ich zur Schule fahre, komme ich grundsätzlich eine halbe Stunde zu früh an.“

Auch Tobias Buggle (16) war mit dem öffentlichen Personennahverkehr in seiner Heimatgemeinde unzufrieden: „Ab Freitagnachmittag kannst du es von Dellmensingen aus vergessen“, sagte er. In der Kernstadt sei die Situation nicht besser, ergänzte Jana Mayr. Besonders bitter: Teilweise rauschten Züge ohne Halt in Richtung Ulm an Erbach vorbei. Mayrs Hoffnung: „Vielleicht lässt sich da etwas machen?“

Keinen Grund zur Klage in Sachen Nahverkehr hatten die Ehinger Jugendlichen. „Das passt“, war man sich im Feuerwehrhaus einig. Einzig die Verbindungen auf die Ehinger Alb könnten verbessert werden, fand Jens Scherb (19): „Hier fahren zum Teil große Busse auf wenig frequentierten Linien.“ Er würde deshalb lieber kleinere Fahrzeuge einsetzen – „der Umwelt zuliebe“. Einer von mehreren Gründen für Scherb, auf Listen der Grünen sowohl für den Gemeinderat in Ehingen als auch für den Kreistag zu kandidieren: „Ich will mitreden.“

 

Mobilfunk und Internet

„Der Handyempfang ist echt schlecht“, bemängelte Milena Buggle (13). Sie darf zwar noch nicht wählen, kam aber dennoch ins Jugendhaus, um den Kommunalpolitikern ihre Wünsche mit auf den Weg zu geben. Besonders im Bereich des Erbacher Bahnhofes und des Schulzentrums sei die Verbindung besonders schlecht, bestätigte Mona Bailer (16). Milenas Hoffnung: Ein öffentliches W-Lan in stark frequentierten Bereichen. „Das wäre klasse.“ Auch in Ehingen ist der Mobilfunkempfang je nach Anbieter ausbaufähig. „Vor allem das mobile Internet könnte besser sein“, meint Philip Stützle (17). Meist reiche es nur zu langsamerem 3G; das Highspeed-Netz LTE sei je nach Anbieter kaum verfügbar.

 

Freizeitgestaltung

„Wir haben in Erbach keinen passenden Raum, den wir für Feiern mieten könnten“, sagte Janina Rybinski (18). Das Jugendhaus stehe für private Partys nicht zur Verfügung. Das sei ein echtes Manko. Mona Bailer fehlte dagegen vor allem ein Szene-Treffpunkt am Ort. Eine Kneipe etwa, „jugendlich, nicht so altmodisch“, mit guter Musik und schickem Ambiente. „Wenn es so etwas hier gäbe, würde ich abends nicht nach Ulm fahren“, sagte sie. Auch eine Eisdiele wird schmerzlich vermisst. „Es kommt zwar ein Eiswagen, aber das ist einfach nicht dasselbe“, klagte Janina Rybinski.

Für die Jungs stand vor allem der Sport im Fokus: „Wir brauchen dringend mehr Tischtennis-Platten in der Stadt“, sagte Jannik Mayer (16). An seiner Schule drängten sich zu Pausenzeiten in der Spitze bis zu 70 Schüler um eine Platte. Anselm Hanstein (17) träumte von einer Calisthenics-Anlage mit Klimmzugstangen, Barren und Hangelstrecken, er zeigte den Gemeinderäten emsig Bilder. In Ehingen blieb nur ein Sport-Wunsch: „Das Freibad in Allmendingen muss dringend renoviert werden“, findet Matthias Braig. Das Becken werde zwar jedes Jahr frisch gestrichen, das reiche jedoch nicht. „Wir brauchen einen kompletten Neuaufbau.“

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Zehn Bundesländer machen mit

Hintergrund Dass Jugendliche ab 16 Jahren wählen dürfen, ist in Deutschland noch nicht selbstverständlich. 1996 führte Niedersachsen als erstes Bundesland das aktive Wahlrecht ab 16 Jahren auf Kommunalebene ein. In Baden-Württemberg dürfen Jugendliche ab 16 seit 2014 bei der Besetzung von Gemeinderäten, Kreistagen, dem Verband Region Stuttgart und dem Amt des Bürgermeisters mitbestimmen. Auch in Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen gilt auf kommunaler Ebene das aktive Wahlrecht ab 16 Jahren.

Landesebene Bei Landtagswahlen dürfen Jugendliche bisher nur in Brandenburg, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein abstimmen.