Planung Wandertour führt über Flugplatz

Petra Laible 05.12.2018

Von einem „Schwabenstreich“ spricht Wolfgang Frey vom Luftsportverein Erbach.  Einer der zehn neuen Erbacher Rundwanderwege, die 9,4 Kilometer lange Donaurunde, führt nämlich quer über das Gelände des Flugplatzes und die Motorbahnen – auf einem landwirtschaftlich genutzten Weg in direkter Linie zum übers Wochenende bewirteten Vereinsheim.

Die Bauern wüssten Bescheid, wenn die Schranke geschlossen ist. Doch für Wanderer  könne die Tour bei Flugbetrieb gefährlich werden. Es gebe keine festgelegten Betriebszeiten. Der Verein jedenfalls hat vorsichtshalber seine Flugleiter „sensibilisert“.

Von den Planern habe zuvor keiner mit Verantwortlichen des Luftsportvereins gesprochen. „Wir waren nicht eingebunden, bis die Broschüre erschienen ist“, sagt Frey. Darüber hätten sie gerade gesprochen und dann gelacht, als im Zuge der Erstbegehung Ende Oktober eine Gruppe auf dem Flugplatz auftauchte, angeführt von Bürgermeister Achim Gaus und weiteren Amtsträgern.

Wie es passieren konnte, dass eine Wanderung quer über den Flugplatz führt, „täte mich auch interessieren“, sagt Gaus. Das sei ein ärgerlicher Fehler. Die Stadt habe zur Realisierung der Wanderrouten ein Fachbüro eingeschaltet, erklärt der Bürgermeister. „Das ist nicht ganz so optimal gelaufen“.

Das Büro ist in der Region kein unbekanntes: Es hat auch die 20 neuen Wandertouren für den Alb-Donau-Kreis zusammengestellt (siehe Infokasten). Eine Anfrage an das Büro läuft, der Leiter befindet sich im Ausland.

Nicht der einzige Fehler beim Erbacher Wanderkonzept, sagt Gaus. Beim den Rundgängen seien auch andere Dinge aufgefallen. Zum Beispiel die Beschilderung der Donaurunde, die Wanderer erst mal auf den Damm hoch führe, wie es oben weiter geht, sei nicht klar ersichtlich. Probleme gebe es auch bei der Ringinger Orchideen­runde mit der Wegführung und Beschilderung. Gaus erzählt beispielsweise von einem kaum sichtbaren weißen Schild auf einem weißen Birkenstamm, oder Schildern, die relativ hoch hängen.  Andere erzählen, ein Weg ende einfach im Wald. Die Karte auf einem Schild am Erbacher Bahnhof verweist auf den „Flughafen“ – die nächsten liegen bekanntlich in Stuttgart und Memmingen.

Neue Schilder angebracht

Konsequenz: Die Wege und ihre Beschilderung müssten vor Ort geprüft und „diverse Kleinigkeiten“ korrigiert werden, erklärt Gaus. „Als Einheimischer vor Ort guckt man anders hin als ein externer.“

Grundsätzlich aber seien die Rückmeldungen auf das Wanderkonzept der Stadt positiv, sagt der Erbacher Bürgermeister. Die Stadt arbeite nun mit dem Bauhof an Nachbesserungen, es sei schließlich das erste Mal, dass eine solche Wanderbroschüre erstellt worden ist. Bereits geändert worden ist die Routenführung bei der Donaurunde. Seit Anfang der Woche führen neue Schilder den Wanderer um den Flugplatz herum. Mitarbeiter des Bauhofs haben sie angebracht.

„Die Stadt Erbach übernimmt keine Gewähr für die Qualität der Wege“, steht in der Broschüre. „Fallen Ihnen fehlende oder beschädigte Schilder an den Wanderwegen auf, bitten wir Sie um kurze Nachricht an info@erbach-donau.de, damit der Schaden behoben werden kann.“

Landkreis prüft seine 20 Touren nach erster Saison

Check  Der Alb-Donau-Kreis hat die erste Saison mit den 20 neu ausgeschilderten und markierten Rundwanderwegen hinter sich. Ein Planungsbüro  – dasselbe wie in Erbach – hatte dafür ein einheitliches Beschilderungssystem erstellt. Wie gut dieses funktioniert, soll ein Check zeigen, kündigt Bernd Weltin, Sprecher des Landratsamtes, an. Bei allen anliegenden Gemeinden werde der Fachdienst Kreisentwicklung nachfragen: Etwa, wie die Tour angekommen ist und was fehlt. Die Antworten sollen zu einem realistischen Bild beitragen und Basis sein für Nachbesserungen für die Wandersaison 2019. Beim Fachdienst habe es vereinzelt Hinweise auf Mängel gegeben.

Schild mit Panne
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