Bürgermeisterwahl Bürgermeister Walz bewirbt sich um weitere Amtszeit

Hartmut Walz hat seine erneute Kandidatur in Westerheim angekündigt.
Hartmut Walz hat seine erneute Kandidatur in Westerheim angekündigt. © Foto: Joachim Lenk
Westerheim / Joachim Lenk 13.07.2018
In Westerheim bewirbt sich Bürgermeister Hartmut Walz um eine dritte Amtszeit. Wahl ist am 23. September.

Ende September dürfen nicht nur die Heroldstatter, sondern auch die Westerheimer einen neuen Bürgermeister wählen. In der heutigen Ausgabe des „Staatsanzeiger“ steht zu lesen, dass der derzeitige Stelleninhaber Hartmut Walz am 23. September erneut kandidiert.

Der 45-jährige Familienvater von zwei Söhnen, zehn und sieben Jahre alt, strebt eine dritte Amtsperiode an. Deshalb wirft der gebürtige Wittlinger, einem Ortsteil von Bad Urach (Landkreis Reutingen), am morgigen Samstag seine Bewerbungsunterlagen um exakt 0 Uhr in den Briefkasten des Rathauses. Das hat Walz (parteilos) zumindest gestern im Gespräch mit dieser Zeitung angekündigt.

Der Diplom-Verwaltungswirt (FH) ist seit Ende 2002 Schultheiß in der 3003 Einwohner zählenden Gemeinde. Bei seiner ersten Wahl setzte sich der damals 29-jährige stellvertretende Laichinger Bauamtsleiter mit 93,9 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang gleich gegen zwei Mitbewerber durch. Bei seiner Wiederwahl im Herbst 2010, bei der er einen Herausforderer hatte, votierten 87,4 Prozent der Westerheimer für ihn.

„Schon 2002 habe ich gesagt, dass ich eine Gemeinde und eine Stelle haben möchte, wo ich längere Zeit wirken kann, wenn es die Bevölkerung möchte“, sagt Walz. Ich fühle mich „sehr wohl in meinem Flecken“, deshalb steht für ihn schon seit längerer Zeit fest, dass er weitere acht Jahre als Schultes in Westerheim wirken möchte.

Seiner Meinung nach hat er, in Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat, in den zurückliegenden Jahren „sehr viel bewirkt“ und die Gemeinde „positiv weiterentwickelt“. Als Beispiele nennt er die zwei großen Sanierungen im Alb-Bad, das inzwischen einen Kleinkinderbereich hat.

Apropos Kinder. Westheim hat schon 2011 mit der „Haus für Kinder“-Eröffnung einen U3-Bereich angeboten. Der Rechtsanspruch für Jungs und Mädchen unter drei Jahren bestand damals noch gar nicht, erinnert sich Walz. Weiter spricht er den Ausbau des Ferienprogramms und die Umwandlung der Grund- und Hauptschule am Sellenberg zu einer Ganztages-Grundschule in Wahlform an. „Alles in allem zeichnet sich unsere Gemeinde als sehr familienfreundlich aus“, sagt der Bürgermeister. „Bei uns sind Familie und Beruf vereinbar“, fügt er hinzu.

Dazu trägt auch das neue Baugebiet Zimmerhaldenweg mit 75 Grundstücken bei. Knapp ein Drittel der Bauplätze ist bereits verkauft. Arbeitsplätze entstehen im neuen Gewerbegebiet Runs-Mühlweg-Lindenstraße. Aktuell sind rund 900 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse gemeldet.

Auch spricht der Bürgermeister, der seit 14 Jahren für die CDU im Kreistag sitzt, die erneute Aufnahme ins Landessanierungsprogramm an. In den nächsten Jahren wird der „Ortskern II“ mit rund 800 000 Euro an Zuschüssen verschönert. Das erste Mal hat das Land sogar 1,6 Millionen Euro für private und kommunale Sanierungs- und Erneuerungsmaßnahmen überwiesen.

Damals belächelt

Ein wichtiges Thema ist für den Amtsinhaber die Mitgliedschaft im Biosphärengebiet. Vor zehn Jahren habe man ihn deshalb belächelt. Ganz zu schweigen von dem Gegenwind, dem ihm damals auf der Laichinger Alb ins Gesicht geblasen habe. „Heute wird Westerheim von vielen beneidet, die damals von einer Mitgliedschaft nichts wissen wollten.“    

Und was plant Walz, falls ihm die Westerheimer am 23. September eine dritte Amtsperiode ermöglichen? Der 45-Jährige überlegt kurz und nennt Beispiele: Erfolgreiche Durchführung der Baumaßnahmen im Sanierungsgebiet „Ortskern II“ sowie das 50 Jahre alte Rathaus energetisch und baulich zu sanieren, inklusive eines barrierefreien Zugangs.

Von möglichen Gegenkandidaten bisher nichts bekannt

Diskussion Im Vorfeld der Stellenausschreibung hatte es im Gemeinderat Diskussionen über die Formulierung gegeben. Pius Kneer von der Fraktion „Aktive Bürger – neue demokratische Liste“ hatte den Hinweis, dass sich der Amtsinhaber wieder bewirbt, grammatikalisch korrekt formuliert haben wollen. Es müsse heißen, dass der Stelleninhaber angekündigt hat, sich wieder zu bewerben. Kneers Antrag fand keine Mehrheit. Immer wieder vertreten im Gemeinderat Mitglieder der „Aktiven Bürger“ eine andere Meinung als der Bürgermeister. Muss Walz aus dieser Richtung mit einem Gegenkandidaten rechnen? „Mir ist niemand bekannt. Und wenn, würde ich es jetzt nicht sagen“, sagte gestern Pius Kneer auf Anfrage.

Wahl Die Wahl des Bürgermeisters in Westerheim findet am Sonntag, 23. September, statt. Bewerber können von morgen, Samstag, 0 Uhr, an bis Montag, 27. August, 18 Uhr, ihre Unterlagen abgeben. Sollte beim ersten Wahldurchgang keiner der Bewerber die erforderliche Mehrheit von mehr als 50 Prozent der Stimmen auf sich vereinen können, müssen die 2455 Wahlberichtigten am Sonntag, 7. Oktober, noch einmal an die Urne. Die Amtszeit des jetzigen Bürgermeisters endet am 8. Dezember. Am 13. September findet ab 19 Uhr in der Albhalle in Westerheim eine öffentliche Kandidatenvorstellung statt, egal ob es einen oder mehrere Bewerber gibt. Das hat der Gemeinderat bereits festgelegt.

Jugend Bei der Bürgermeisterwahl dürfen erstmals Jugendliche abstimmen, die das 16. Lebensjahr erreicht haben. Eine Premiere in der Geschichte Westerheims. jos/lejo

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