Kirche Wallfahrtskirche: Renovierung bald abgeschlossen

Von Clemens Schenk 27.06.2018

Sie gehört in der Umgebung zu den schönsten Dorfkirchen. Deshalb ist die Wallfahrtskirche Sankt Maria Magdalena auch der ganze Stolz der Sießener. Regelmäßig kommen viele Wallfahrer und Gläubige in die kleine Gemeinde nach Sießen im Wald.

Doch wegen einer umfangreichen Innenrenovierung ist das Gotteshaus schon seit vielen Monaten geschlossen: keine Besichtigungen, kein Kirchendienst. Optimisten waren von einer Wiedereröffnung Ende 2017 ausgegangen. Dieser Termin ließ sich genauso wenig halten wie das Osterfest 2018. Die Verzögerungen lösten Unmut in der Bevölkerung aus, zumal auch viele Hochzeiten in andere Kirchen verlegt werden mussten. Die normalen Gottesdienste wurden im Ausweichquartier, dem Sießener Gemeindehaus, und bei größeren Anlässen in der Sießener Gemeindehalle gefeiert. Ein hoher Aufwand.

Aufwendige Arbeiten

Dieser Zustand soll nach den Worten des zweiten Kirchengemeinderatsvorsitzenden Dr. Anton Thanner jetzt bald der Vergangenheit angehören. „Die umfassende Innenrenovierung geht nun wirklich der Vollendung entgegen“, freut er sich. Architekten und Handwerker hätten nun zugesagt, dass die Sießener ihr Kirchenfest am 22. Juli wieder in ihrer geliebten Wallfahrtskirche feiern können. Auch weitere Termine, beispielsweise ein Konzert des Laupheimer Singkreises am 14. Oktober, sind schon fest terminiert.

„Wir mussten mehr tun als geplant“, begründet Thanner die mehrmaligen Verzögerungen. So gab es zum Beispiel eine anspruchsvolle Neugestaltung des Raumes um den Volksaltar, der jetzt näher zu den Gläubigen rückt. Im Altarbereich ersetzt ein geräumiges Podest aus Sandstein, ausgefüllt mit Holzparkett, das bisherige Holzpodest und bildet eine Einheit mit den Seitenaltären. Der neue Altar und das Ambo aus Jura-Marmor werden vom Künstler Konrad Braun aus Heudorf am Bussen hergestellt. Auch sollen in Zukunft durch die Installation von Konvektoren im Altarbereich durch Luftzug flackernde Kerzen der Vergangenheit angehören. Automatische Fensteröffner sorgen für eine gute Belüftung.

Das Gnadenbild „Unsere Liebe Frau von Sießen“ verbleibt entgegen den Vorgaben am gleichen Platz im Hochaltar, soll aber ins rechte Licht gerückt werden. Dafür sorgen neue Beleuchtungskörper und viele Spots. Alle Kirchenbänke wurden behandelt und neu lackiert. Sie sind bereits wieder fest montiert.

Zwei Kinderbänke im vorderen Bereich wurden entfernt, was nicht alle Kirchenbesucher gut finden. In Spezialverfahren gereinigt wurden Wände und Böden, Bilder und Figuren. 

Als schöne Bereicherung im hinteren Bereich, wo die Bundesmadonna „Weihungstaler Jäger“ steht, wird hingegen eine „Andachtsnische“ mit zwei Bänken empfunden. Mesner Friedrich Klaiber ist schon jetzt total begeistert von seiner „neuen“ Kirche. „Durch die Umgestaltung des Altarraumes sind die Proportionen nun stimmig“, freut er sich Auch wenn es noch Restarbeiten zu erledigen gibt, zum Beispiel das Reinigen der Orgel, strahle das Kircheninnere bereits. „Es sieht sehr schön und sauber aus. Die Kirchenbesucher werden sich an diesem Anblick erfreuen!“

1,2 Millionen Euro sind zu stemmen

Kosten Die Innenrenovierung der Wallfahrtskirche Sankt Maria Magdalena kostet rund 1,2 Millionen Euro. Die Kirchengemeinde Sießen im Wald, die in diesem Jahr 200 Jahre alt wird, will die Summe mit Hilfe von  Zuschüssen und mit Spenden stemmen.  „Zudem ist, basierend auf vielen Aktionen in Eigeninitiative, etwa Benefizkonzerte, schon ein finanzieller Grundstock vorhanden“, sagt der stellvertretende  Vorsitzende im Kirchengemeinderat, Anton Thanner.

Altarweihe Der neue Altar soll am Samstag, 20. Oktober, im Beisein des Bischofs feierlich eingeweiht werden.Ein Festausschuss wurde gebildet.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel