Jubiläum Wallfahrt für Reiter und Fußvolk

swp 15.09.2017

Einer langjährigen Tradition folgend, machen sich an diesem Sonntag, 17. September, wieder Reiter, Pferde, Musikkapellen und Pilger auf den Weg von Gutenzell nach Niedernzell. Anlass ist der letzte der großen oberschwäbischen Flurritte. In diesem Jahr jährt es sich zum 70. Mal seit Pfarrer Erwin Sonntag den Flurritt in Gutenzell nach den Wirren des Zweiten Weltkriegs  wieder ins Leben gerufen hat. Es haben etwa 500 Reiter und sieben Musikkapellen ihr Kommen zugesagt.

Im Jubiläumsjahr konnte der emeritierte Weihbischof der Diözese, Dr. Johannes Kreidler aus Rottenburg, als Hauptzelebrant gewonnen werden. Der Bischof stellt die diesjährige Wallfahrt in Verbindung mit der Umweltenzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus, in der von der Erde als gemeinsames Haus gesprochen wird, das es zu schützen gilt, unter den Leitspruch „Gottes gute Schöpfung unter den Segen Gottes stellen“.

Der Wallfahrtstag beginnt um 9 Uhr mit einem festlichen Hochamt in der ehemaligen Klosterkirche „Kosmas und Damian“ in Gutenzell. Der Kirchenchor unter der Leitung von Susanne Lang bringt dabei die Orchestermesse  „Missa brevis in C-Dur“, KV 258 von Wolfgang Amadeus Mozart zur Aufführung. Diese Messe, gelegentlich „Piccolomini-Messe“ genannt, wurde 1775 komponiert und ist auch unter dem Beinamen „Spaur-Messe“ bekannt.

Mit dem Zwölf-Uhr-Läuten setzt sich der Wendelinusritt von Gutenzell nach Niedernzell durch den festlich geschmückten Ort und durch die frühherbstliche Flur in Gang. Nach dem Eintreffen der Reitergruppen, Musikkapellen und der Fußprozession in Niedernzell beginnt um 14 Uhr die Wallfahrtsmesse mit Festpredigt bei der traditionsreichen bis ins Jahr 1747 zurückreichenden Wendelinuskapelle. Dabei wird auch der im vergangenen Jahr verstorbenen Reiterkameraden gedacht. Mit der Anrufung der Bauernpatrone St. Wendelinus und St. Leonhard um ihre Fürsprache und den Segen durch die hoch verehrte Wendelinusreliquie findet der Festtag seinen Ausklang.