Infrastruktur Stadt Langenau plant für die Zukunft

Links ist ein Teil der Sonnenhof-Erweiterung zu sehen, in der Mitte das Rathaus und rechts das Stadtverwaltungsgebäude am Marktplatz 5. Ob dieses saniert und mit einem Anbau versehen wird, will der Gemeinderat Anfang kommendes Jahr entscheiden.
Links ist ein Teil der Sonnenhof-Erweiterung zu sehen, in der Mitte das Rathaus und rechts das Stadtverwaltungsgebäude am Marktplatz 5. Ob dieses saniert und mit einem Anbau versehen wird, will der Gemeinderat Anfang kommendes Jahr entscheiden. © Foto: Oliver Heider
Markus Fröse 19.12.2017

Aktuell sind 44 Mitarbeiter der Stadtverwaltung am Marktplatz 1, also im Rathaus, sowie in dem gegenüber liegenden Ziegelbau am Marktplatz 5 beschäftigt. Da Langenau eine dynamisch wachsende Gemeinde ist, rechnet die Verwaltung damit, dass sich die Zahl der Mitarbeiter bis 2035 um 13 auf 57 erhöhen wird. Diese Zahlen nannte Oliver Herr vom Bauamt des Verwaltungsverbands Langenau im Rahmen der Langenauer Gemeinderatssitzung am vergangenen Freitag.

Im September sind im Rat Vor­überlegungen zur Lösung des Raumproblems vorgestellt worden. Die Verwaltung war mit weiteren Untersuchungen beauftragt worden. Gefordert worden war von Ratsseite ein Raumbelegungsplan und natürlich eine Kostenschätzung, auch für einen alternativen Neubau. Von den 57 künftigen Mitarbeitern sollen 22 im Rathaus untergebracht werden, sagte Herr. Dieses klammerte er aus seiner weiteren Betrachtung aus und konzentrierte sich zunächst auf den Marktplatz 5.

Im „M5“ seien momentan 22 Arbeitsplätze vorhanden. Künftig sollen dort aber 35 Mitarbeiter untergebracht werden. Zusätzlich benötige man zwei Arbeitsplätze für Prüfer oder zur sonstigen Nutzung. Zu den insgesamt 15 zusätzlich benötigten Arbeitsplätzen kommen noch Flächen für Besprechungen, Sozialräume, Sanitäre Anlagen, Technik sowie Verkehrsflächen. Man plane für den kommenden Bedarf, ein zusätzliches Ziel sei aber auch die Barrierefreiheit, erklärte Bürgermeister Daniel Salemi den Räten.

Im M5 untergebracht sind derzeit das Bauamt, der Eigenbetrieb Gasversorgung Langenau, die Kämmerei, das Umwelt- und Steueramt sowie das die Baustatik stark belastende Archiv im Dachgeschoss. Entsprechend viele Besucher sind auf den steilen, engen Treppen des Altbaus unterwegs. Um die gewünschte Barrierefreiheit zu schaffen, ist in Herrs Planungsentwurf ein Aufzug vorgesehen. Dieser soll in einem westlichen Anbau mit rund 110 Quadratmeter Grundfläche Platz finden und für den Altbau mitgenutzt werden.

Der Planer rechnet für die M5-Variante mit Gesamtkosten von rund 2,1 Millionen Euro. Darin enthalten sind die Sanierung des Altbaus mit 726.000 Euro, die 125.000 Euro teuren Übergangsmaßnahmen während der Bauzeit und 1,25 Millionen Euro für den Anbau. Dem gegenüber stehen Kosten von 3,14 Millionen Euro, die Herr für den alternativen Neubau ansetzt – ohne, dass klar ist, auf welchem Grundstück dieser stehen und wie viel dieses tatsächlich kosten würde.

 „Für mich ist die Richtung klar: Die Sanierung mit Anbau ist eine Million billiger“, sagte Rat Rainer Hinkelmann (SPD). Und man wisse zudem nicht, wo ein Neubau stehen soll, für wie viel man den Altbau verkaufen könne, und was ein Investor an seiner Stelle eventuell errichten würde. Georg Henseler (CDU) ergänzte: „Ein großer Vorteil in Langenau war immer der zentrale Standort der Verwaltung.“

Bis 2020 sollen die neuen Räume bezugsfertig sein

Zeitplanung Nach der Information durch den Planer hat der Gemeinderat keinen Beschluss gefasst. Laut Bürgermeister wird im Januar oder Februar im Rat noch einmal über das weitere Vorgehen diskutiert. Ziel sei es, 2018 die Planung fertig zu stellen und 2019 zu bauen. Bis 2020 solle die Verwaltung wieder einziehen können.