Langenau Vorfall in Langenau: Bahn entschuldigt sich und untersucht Türen

Langenau / LYDIA BENTSCHE 28.02.2012
Die Türen schlossen, vier Fahrgäste durften in Langenau nicht aussteigen. Jetzt hat sich der Lokführer geäußert. Die Bahn entschuldigt sich.

Vier Pendler konnten am vergangenen Mittwochabend den Regionalexpress von Ulm nach Ellwangen in Langenau nicht verlassen, da sich die Zugtüren zu schnell schlossen (wir berichteten). Nachdem drei Beschwerden bei der Bahn eingingen, haben Mitarbeiter des Unternehmens den Lokführer zum Vorfall befragt.

Er habe den Fahrgastwechsel vom Führerstand aus im Spiegel beobachtet. „Irgendwann hat er gesehen, dass keiner mehr ein- oder aussteigt“, sagt ein Sprecher der Bahn. Es müsse also zumindest einige Sekunden lang keiner mehr den Zug verlassen haben. „Deshalb hat der Lokführer die Türfreigabe zurückgenommen und die Türen schlossen sich.“ Dass noch vier Fahrgäste im zweiten Waggon aussteigen wollten, habe er nicht sehen können.

Weiterer Aspekt: Der Regionalexpress startete in Ulm mit etwa vier Minuten Verspätung, erzählt der Sprecher. In Langenau hat er normalerweise fünf Minuten Wartezeit. Vergangenen Mittwoch habe er die „Verspätung reingeholt“ und sei pünktlich weitergefahren.

Weil beim Schließen der Türe die Handtasche einer Frau eingeklemmt wurde, wird die Bahn außerdem untersuchen, ob mit dem Schließmechanismus des Zuges alles in Ordnung ist. Der Sprecher betont jedoch: Wäre der Körper der Frau zwischen den beiden Türelementen gewesen, wäre die Tür wieder aufgegangen.

Auch zur Auseinandersetzung mit einem Fahrgast am Niederstotzinger Bahnhof hat sich der Lokführer nun geäußert. Einer der Pendler hatte berichtet, dass er von dem Bahn-Mitarbeiter angeschnauzt worden sei, als er ihn gefragt hatte, weshalb in Langenau nicht alle aussteigen durften. Der Lokführer habe von einem „wütenden Fahrgast, der ihn angebrüllt habe“, gesprochen, sagt der Bahn-Sprecher. Er habe sich nicht auf eine Diskussion mit dem Gast einlassen wollen, deshalb sei das Gespräch kurz gewesen. „Es steht sozusagen Aussage gegen Aussage. Ich vermute, es werden beide nicht ganz leise gewesen sein.“

Dennoch: „So etwas sollte nicht passieren“, betont der Sprecher. „Wir bitten die Fahrgäste, die bis nach Niederstotzingen weiterfahren mussten, um Entschuldigung.“ Alle drei, die sich beschwert haben, werden in den kommenden Tagen eine schriftliche Antwort erhalten.