Freizeit Von Irish Folk bis Schwaben-Hymne

Carola Schmid und Otto Menner waren die Lokalmatadore beim Barden-Treffen am Sonntag in Blaubeuren, ingesamt traten 15 Musiker und Duos auf .
Carola Schmid und Otto Menner waren die Lokalmatadore beim Barden-Treffen am Sonntag in Blaubeuren, ingesamt traten 15 Musiker und Duos auf . © Foto: Margot Autenrieth-Kronenthaler
Blaubeuren / Margot Autenrieth-Kronenthaler 28.08.2018

Troubadix und Co gaben sich beim ersten Barden-Treffen in Blaubeuren die Ehre. Und anders als beim Gallier Troubadix musste sich bei den Auftritten am Sonntag niemand die Ohren zuhalten. Im Gegenteil, die Straßenmusikanten aus der Region sorgten für tolle Stimmung und eine gelöste, heitere Atmosphäre in der Stadt. Auf vier Bühnen wechselten sich die 15 singenden Dichter oder auch dichtenden Sänger ab. Nach einem ausgetüftelten Plan rotierten die Musiker im Halbstundentakt zwischen der Hauptbühne am Kirchplatz, wo Instrumente und Gesang verstärkt wurden, und den einfachen Bühnen vor dem Becka Beck, dem Il Gusto und im Klosterhof.

Für Applaus, bekanntermaßen das Brot der Künstler, und den einen oder anderen Euro im Instrumentenkoffer legten sich die Barden ins Zeug und waren mit Freude und Feuereifer bei der Sache. Georg und Heidi Müller waren eigens aus Ulm angereist: „Wir haben jetzt alles schon zwei Mal durchgemacht und finden das einfach toll, eine rundum gelungene Veranstaltung.“ Morgens sei es noch frisch und der Besuch eher spärlich gewesen, dass die Sonne später doch noch herauskam, sei das „I-Tüpfele“ gewesen. „Hier gibt es eine gute Auswahl an Musikstilen, sehr abwechslungsreich, der Verstärker bleibt im Hintergrund, das ist einfach klasse“, befand Georg Müller. „Ich finde das hier richtig kuschelig, in Ulm wird alles voll aufgedreht und es gibt nur noch Gedröhne“, ergänzte seine Frau Heidi.

Am meisten los war vor der Hauptbühne. Gegen Mittag waren zeitweise 200 bis 300 Leute versammelt und hörten, wie Jörg Steck, Moderator, Musiker und Lebenskünstler, die Bands und Solisten vorstellte. Der Mann mit den strammen Waden und dem lockeren Mundwerk wusste aus dem Nähkästchen zu plaudern. Der Sänger und Songwriter Rod Fritz etwa komme aus Australien, der Vater stamme aus Tasmanien und die Mutter aus Biberach. Der Liebe wegen sei der Gitarrist vor drei Jahren nach einem Deutschlandbesuch hier hängengeblieben, erzählte Steck.

Tom Wolf gestand: „Ein bissle nervös bin ich jetzt schon. Ich vergess’ gerne den Text, dafür bin ich bekannt.“ Seit seinem 14. Lebensjahr musiziert der Barde, singt politische und unterhalt­same Lieder auf Deutsch und Englisch. Beim Auftritt am Sonntag lief alles glatt. „Irish & more“ nennen sich Thomas Arndt aus Bermaringen und Gerhard Graser-Vecsey aus Temmenhausen. Der Ortspfarrer und der pensionierte Lehrer sind Teil einer Band und erst seit kurzem auch als Duo unterwegs. „Das ist eine Leidenschaft von mir, man braucht auch was anderes. Hier kann ich in eine andere Welt abtauchen“, erzählte Pfarrer Arndt. Die irischen Songs kamen beim Publikum hervorragend an. Sofort klatschten alle mit oder wippten mit den Füßen. Ob Gitarre, Mandoline, Banjo oder Mundharmonika, das Duo ist vielfältig unterwegs.

„Siaße Hoimat Schwobaländle, liaber Gott do will i für emmer sei“, heißt es in der  Schwabenhymne von Tommy und Michaela Reichle. Das Duo Carotto gehörte am Sonntag zu den Lokalmatadoren. Carola Schmid und Otto Menner konnten mit ihren Folk- und Bluegrass-Nummern punkten. Michael Hauser ist ein weiterer musikalischer Pfarrer. Er hat den uralten Hit „Die Affen rasen durch den Wald“ umgetextet und sang von brüllenden Froschmeuten. Auch säuselte er mehr oder weniger gekonnt „Kann denn Liebe Sünde sein“ ins Mikrofon.

Das Barden-Treffen wurde von der Kultur-Initiative „BlauTöne“ aus der Taufe gehoben. Hauptorganisator Hans Wild vom „Fröhlichen Nix“ hat dazu seine Kontakte in die Kleinkunst-Szene genutzt. „Ich finde die Veranstaltung rundum sehr gelungen“, freute sich der „Nix“-Wirt. Man habe ein „grandioses Miteinander“ praktiziert. Er lobte alle Beteiligten, nicht zuletzt die Stadtverwaltung. Ein weiteres Barden-Treffen ist angedacht, sagte Wild: „Es wäre fast eine Freveltat, so was nicht zu machen.“

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