Ehingen Moment Mal: Vom Wandern, Bier und Andern

In Ehingen gibt’s Brauereien – und einen Bierwanderweg.
In Ehingen gibt’s Brauereien – und einen Bierwanderweg. © Foto: ©Lizard/Shutterstock.com
sam 03.01.2018
„Wir wandern, von einem Bier zum andern“. Ein Slogan, aus dem die Stadt Ehingen Konsequenzen zieht.

Sagt der Eine zum Anderen: „Kommst du mit wandern?“ Sagt der Andere zum Einen – Trommelwirbel – „Nein.“ Was Jan Vetter alias Farin Urlaub da in seinem nur als „fragwürdige Heimaufnahme“ veröffentlichten Song „The Power of Blöd“ gedichtet hat – in Ehingen hätte es anders gelautet. Nämlich: „Wir wandern, von einem Bier zum andern.“ Dass der Sänger und Gitarrist, der nach eigenen Angaben noch nie Alkohol getrunken hat, da nicht drauf gekommen ist, scheint nur konsequent. Und konsequent ist auch die „Bierkulturstadt“ Ehingen, die aus ihrem Slogan wiederum einen „Bierwanderweg“ entwickelt hat. Und dieser Weg wird nun – Trommelwirbel – als erster Stadtwanderweg Baden-Württembergs vom Deutschen Wanderverband zertifiziert. Am 13. Januar bekommt Ehingen auf der Reisemesse CMT das Zertifikat überreicht, das laut der Pressemitteilung der Stadt belegt, dass der Wanderweg die „Stadt abseits der typischen Routen erschließen und dem Stadtwanderer einen ganz eigenen Blick auf die Stadt ermöglichen“ kann. Die Biertour erfülle diese Vorgaben in vollem Maße. Nein, das war jetzt kein Wortwitz, obwohl er sich anböte. Und wir witzeln jetzt auch nicht über den ganz eigenen Blick, den vermutlich allein der Konsum auf dem 14 Kilometer langen Weg eröffnet: Obwohl das bei drei Innenstadt-Brauereien und mehreren „attraktiven Biergärten“ durchaus denkbar wäre. Wir glauben stattdessen einfach der Mitteilung der Stadt Ehingen, dass der Wanderweg „unterschiedlichste Angebote zu einem strahlenden Bier-Kultur-Mosaik vereint“ und „informative und witzige Einblicke in den Ehinger Bierkosmos“ gibt. Und sollte dennoch irgendjemand denken, wir würden dem Thema nicht den gebotenen Ernst entgegenbringen, dann sei zum Abschluss Dirk Albert Felsenheimer alias Bela B zitiert, der im Gegensatz zu seinem Ärzte-Kollegen durchaus Erfahrung zu haben scheint und in seinem Song „Tschuldigung Bier“ reimte: „Hey Bier, ich wollte echt nicht so sein. Ich schätze mal, da war ich wohl auf Wein.“