Erbach Voller Leben: "Forum 50plus" feiert Fünfjähriges

Erbach / FRANZ GLOGGER 27.10.2014
Mit 40 Gruppen hat sich das Erbacher Bürgernetzwerk "Forum 50plus" binnen fünf Jahren rasant etabliert. Eine Idee, die auch über die Stadtgrenzen hinaus wirkt und Menschen aus Nachbargemeinden anlockt.

Computerspezialisten erklärten, wie Fotos bearbeitet werden können. Nebenan flimmerten Kurzfilme über die Leinwand und Peter Sehn zeigte, wie ein Aquarellbild entsteht: Es war einiges geboten beim Aktionstag zum fünfjährigen Bestehen des "Forum 50plus" in Erbach am Samstag. Und auch Auswärtige, wie Friedrich Vorwalder (60) und seine Frau Veronika (55), die Sehn beim Malen über die Schulter schauten, waren nicht nur von dessen Können beeindruckt. Die beiden kommen aus Staig und haben den Treff schon im Visier. Derzeit sei er beruflich noch zu viel unterwegs. Wenn das weniger werde, picke er sich etwas heraus, sagte Vorwalder.

Seine Frau hat den Treff schon mehrfach beim "Montagsgast" besucht und einen PC-Kurs belegt. Sie genießt es, nicht über eine Mitgliedschaft gebunden zu sein. "Da braucht man kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn man mal etwas anderes vorzieht", sagte Veronika Vorwalder. Die Idee, bereits in den fitteren Jahren etwas anzubieten sowie die große Bandbreite der Angebote sei schlichtweg genial: "So etwas sollte es in jeder Gemeinde geben", sagte Friedrich Vorwalder.

"Wem soll ich gratulieren? Ihrem Netzwerk oder besser der Stadt, dass sie ein solches hat", fragte Bürgermeister Achim Gaus zuvor anlässlich der Feierlichkeiten des Netzwerks. Wie die Zahl der 40 aktiven Gruppen zeige, habe sein Vorgänger und damals amtierender Bürgermeister Paul Roth "zur richtigen Zeit die richtige Idee gehabt", Menschen vor dem Eintritt ins Rentenalter zusammenzuführen, um Angebote selbst zu organisieren und diese auf die eigenen Interessen abzustimmen.

"Wer heute vor dem Ruhestand steht, möchte aktiv bleiben, hat die Vitalität dafür und in der Regel die Mittel", sagte Gaus. Die Begeisterung, mit der die Dinge angegangen werden, spreche für sich. Das von der Stadt für den Treff zur Verfügung gestellte Untergeschoß der Jahrschule sei somit ein sinnvoller Beitrag, zumal der Anteil der Älteren an der Gesellschaft wachse. Im Jahr 2000 waren 30 Prozent der Erbacher über 50 Jahre alt. 2030 dann wird mit einem Anteil von 47 Prozent gerechnet, sagte der Bürgermeister.

Die Idee für den Treff sei gewesen, schon vor dem Ende der Erwerbstätigkeit eine Orientierung zu bieten, um nicht "in ein Loch" zu fallen, sagte Paul Roth in seiner Rückschau. Desweiteren galt es, das enorme Potential der heutigen 50er zu nutzen. "Das ist eine Generation, die auch im Ruhestand teilhaben möchte am Geschehen und Dinge selber in die Hand nehmen will", sagte Roth. Vieles könne man allein machen. Aber für manches brauche man die Gemeinschaft, gerade weil es in der Gruppe mehr Spaß mache.

40 Gruppen mit mehr als tausend Aktionen bietet der Treff. Jeder ist willkommen, ohne Mitgliedschaft oder Beitrag - die Kosten für Kurse und Materialien ausgenommen.

Die Woche über hatten Gruppen Schnupperangebote organisiert. Am Samstag zeigten Tanzgruppen Tänze und die "Cajon-Gruppe" beeindruckte mit Rhythmen. Besucher, darunter die Landtagsabgeordneten Monika Stolz (CDU) und Jürgen Filius (Grüne), füllten den Treff bis in den letzten Winkel.

Neue Ideen willkommen

Zeiten Das Forum 50plus ist von Montag bis Freitag ab 16 Uhr bewirtet. Das Angebot reicht von Alltagssituationen wie dem Lösen einer Fahrkarte am Automaten über Radausfahrten und dem Gestalten von Excel-Dateien. Ideen für neue Projekte sind immer willkommen. Was es noch nicht gibt, kann selbst organisiert werden. Weitere Informationen im Internet unter: www.forum50plus-erbach.de

 

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