Kommunales Bürgermeister: Bahnhof pünktlich in Betrieb nehmen

Laichingen / Sabine Graser-Kühnle 02.01.2018
Kritik an der Regierung in Berlin enthielt Bürgermeister Klaus Kaufmanns Rede beim Silvesterblasen der Stadtkapelle Laichingen.

In guter Gewohnheit haben sich am Silvesternachmittag wieder viele Laichinger rund um den Leinenweberbrunnen zum Silvesterblasen der Stadtkapelle versammelt. Es sei eine schöne Tradition, sagte Bürgermeister Klaus Kaufmann, sich am letzten Tag des Jahres zu treffen, Glühwein und Blasmusik zu genießen und sich gegenseitig einen guten Jahreswechsel zu wünschen. Kaufmann versprach fürs neue Jahr vollen Einsatz für die Inbetriebnahme des Bahnhofs in Merklingen.

Die Stadtkapelle unter der bewährten Leitung von Gerhard Engler spielte am Marktplatz mit frischen Polkas und wogenden Walzern nach alter Blasmusiktradition auf, die Mitglieder des Albvereins schenkten, ebenfalls schon nicht mehr wegzudenken vom Silvesterblasen, Glühwein und Punsch aus. Nur zwei hielten sich nicht ganz an die Tradition: Das Wetter, das sich mit neun Grad Plus deutlich von den sonst üblichen Temperaturen unterschied, und der  Bürgermeister. Er wolle heuer keinen Jahresrückblick machen, den hebe er sich für den Neujahrsempfang am 6. Januar auf, sagte er, sondern er wolle dieses Mal über den Stadtrand hinaus blicken. Dann begann er einen politischen Exkurs, wo er die Kommunalpolitik mit dem Bahnhof Merklingen nur kurz streifte.

„Wir werden eine Lösung finden, dass der Bahnhof wie geplant pünktlich in Betrieb genommen wird und die Züge dort fahren, dafür werde ich mit all meiner Kraft einstehen.“ Das sei auch wichtig, um das Interkommunale Gewerbegebiet, das dort geplant ist, vorantreiben zu können. Sprach’s und wandte sich bundes- und weltpolitischen Themen zu, mit deutlicher Kritik gegenüber der Politik der Kanzlerin Angela Merkel. Er appellierte an Berlin, die Regierung rasch zu bilden, denn es gelte viel zu tun. „Mit ,weiter wie bisher’ lösen wir keine Probleme und die Liste der Versäumnisse der deutschen Regierung ist lang.“

Kaufmann sprach von steigenden Mietpreisen, Bildungsdefizit, Pflegenotstand, mangelnder Chancengleichheit. Man dürfe keinesfalls außer Acht lassen, dass es 30 Prozent der Deutschen trotz offensichtlichem Wohlstand eben nicht gut gehe. Würde da nicht nachgebessert, spiele man den „Wirrköpfen, die staatliche Willkür zurück wollen“ in die Hände. Ebenso müsse deutsche Politik den „Auswüchsen von Trumps politischen Fehlentscheidungen“ entgegenwirken.

Dank an Helferkreis

Bei der Flüchtlingsthematik kam der Bürgermeister noch einmal kurz auf die Stadt, deren Oberhaupt er ist, zurück. Es werde weiter einen Zustrom geben. „Bei uns sind die Aufnahmezahlen aber derzeit überschaubar und es funktioniert, auch Dank des Helferkreises, ganz hervorragend, ohne dass andere Einschränkungen hinnehmen müssen“, sagte Kaufmann. Mit besten Wünschen für das neue Jahr und einer erneuten Einladung zum Neujahrsempfang („da stoße ich dann gerne mit Ihnen an“) endete seine letzte Rede im Jahr 2017. Der Neujahrsempfang am Dreikönigstag, in dessen Rahmen Bürger geehrt werden, beginnt um 11 Uhr in der Daniel-Schwenkmezger-Halle.

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