Rohstoff Gemeinderat genehmigt Ausbau von Steinbruch Vohenbronnen

Der Steinbruch Vohenbronnen soll großflächig erweitert werden. Damit rückt das Abbaugebiet noch näher an den zu Blaubeuren gehörenden Weiler Sotzenhausen heran.
Der Steinbruch Vohenbronnen soll großflächig erweitert werden. Damit rückt das Abbaugebiet noch näher an den zu Blaubeuren gehörenden Weiler Sotzenhausen heran. © Foto: Spanhel Thomas
Thomas Spanhel 21.09.2017
Der Blaubeurer Gemeinderat hat grünes Licht für den großflächigen Ausbau des Steinbruchs Vohenbronnen der Firma Heidelberg cement gegeben. Für den Betrieb, der gegenwärtig rund 100 Millionen Euro investiert, ist die Erweiterung existentiell wichtig. Stadträte fordern Erdwall zum besseren Schutz der Sotzenhauser Einwohner.

Um knapp 46 Hektar größer wird der Steinbruch südlich von Blaubeuren-Sotzenhausen. Mit der einmütigen Zustimmung des Gemeinderats Blaubeuren hat die Firma Heidelberg Cement eine weitere Hürde auf dem Weg zur Vergrößerung ihres Steinbruchs genommen. Die Firma könne den Schelklinger Betrieb mit rund 200 Beschäftigten in den kommenden Jahrzehnten bis über 2050 hinaus nur aufrechterhalten, wenn sie die nötigen Rohstoffe weiterhin am Standort gewinne, machte Stephan Wehning, Werksleiter in Schelklingen, auf Nachfrage klar: „Das ist ein ganz fundamentaler Baustein für unser Unternehmen.“ Die neue Ofenanlage im Zementwerk, die gerade für mehr als 100 Millionen Euro gebaut wird, mache nur Sinn, wenn man das benötigte Kalk-Mergel-Gestein in dem neuen Gebiet vor Ort abbauen kann.

Weil ein Großteil der neuen Steinbruch-Flächen auf Blau­beurer Gemarkung liegt, und die Abbruchkante des Steinbruchs auf bis zu 300 Meter an den Blaubeurer Weiler Sotzenhausen heran­rückt, war die Zustimmung des Gemeinderats besonders wichtig. Schon 2016 hatte es eine Informationsveranstaltung über das Projekt gegeben. Übereinstimmend stellten jetzt alle Ratsfraktionen heraus, wie wichtig die Erweiterung für die Region sei: „Die Firma braucht das zur Existenzsicherung“, hob Erich Straub (Freie Wähler) hervor.

Um die Erweiterung für die am stärksten betroffenen Einwohner von Sotzenhausen erträglicher zu machen, appellierte der Gemeinderat an Heidelberg Cement, einen bepflanzten Erdwall als Sicht-, Lärm- und Windschutz an der Abbruchkante des Steinbruchs zu errichten. Außerdem fordern die Räte, die großen Flächen des Steinbruchs nach ihrer Rekultivierung wieder öffentlich zugänglich zu machen: „Die umzäunte Fläche darf nicht immer noch größer werden“, sagte Beiningens Ortsvorsteher Klaus Gerster.

Ob diese Vorschläge umgesetzt werden können, hänge auch vom Landratsamt als maßgeblicher Genehmigungsbehörde ab, sagte Werksleiter Wehning auf Nachfrage. Die Behörde entscheidet über die umfangreichen ökologischen Ausgleichsmaßnahmen für das Projekt, etwa über neue Pflanzungen. In den vielfältigen Voruntersuchungen habe sich gezeigt, dass beispielsweise die Lärmbelastung der Anwohnern weit unterhalb der vorgegebenen Grenzwerte liege, ergänzte Wehning.

Klar ist: Die Erweiterung des Steinbruchs wird die Umgebung völlig verändern. Betroffen sind große Wald- und Wiesenflächen nördlich des derzeitigen Abbruchgebiets. Gutachten, die sich mit den Auswirkungen des Kalk- und Mergel-Abbaus beschäftigten, stufen das Vorhaben aber als „umweltverträglich“ ein.