Vereine Flugsportverein steht zu umstrittenen Festival

In der Hauptversammlung des Laichinger Flugsportvereins  hat es Ehrungen gegeben (von links): Walter Striebel und Hans-Peter Bleher gratulierten Fritz Neff zusammen mit Alfred Schosser, und auch Regina Heck erhielt ihre Urkunde, und Dieter Kohn wurde Ehrenmitglied. Bernd Mangold hatte seinen ersten Langstreckenflug über mehr als 1000 Kilometer im November in Bitterwasser (Namibia) absolviert und wurde dafür ebenfalls geehrt.
In der Hauptversammlung des Laichinger Flugsportvereins hat es Ehrungen gegeben (von links): Walter Striebel und Hans-Peter Bleher gratulierten Fritz Neff zusammen mit Alfred Schosser, und auch Regina Heck erhielt ihre Urkunde, und Dieter Kohn wurde Ehrenmitglied. Bernd Mangold hatte seinen ersten Langstreckenflug über mehr als 1000 Kilometer im November in Bitterwasser (Namibia) absolviert und wurde dafür ebenfalls geehrt. © Foto: Karin Mitschang
Laichingen / KARIN MITSCHANG 14.03.2018
Der Flugsportverein in Laichingen hat Dieter Kohn zum Ehrenmitglied ernannt. Das „Rock dein Leben“ wurde am Rand erwähnt.

Über das geplante „Rock dein Leben“-Festival in Laichingen hat der Flugsportverein am Freitagabend in seiner Hauptversammlung nur insofern diskutiert, dass sich etwa 25 Mitglieder bereit erklärt haben, an einem Essensstand als Helfer Schichten zu schieben und so noch nebenbei für den Verein Einnahmen zu generieren. „Das war ursprünglich mit den Veranstaltern gar nicht so vereinbart, aber es ist toll, dass sich so viele gemeldet haben“, freute sich der Vorsitzende des 209 Mitglieder starken Vereins, Hans-Peter Bleher. An eine Verpflegung per Gulaschkanone ist gedacht, über weitere Speisen oder einen Getränkestand wurde diskutiert. Der Verein rechnet mit etwa 10 000 Euro an Einnahmen.

Demonstrativ prangte ein großer Schriftzug „gegen Rassismus, Faschismus und Intoleranz“ quer über dem Banner für das Festival, und auf einer weiteren Folie wurde aus der Vereinssatzung zitiert: „§2 Abs. 6: Parteipolitische, rassistische und konfessionelle Betätigungen innerhalb des Vereins sind ausgeschlossen.“ Der Hintergrund: Von anonymer Seite waren Vorwürfe aufgekommen, bei den auftretenden Bands wie Frei.Wild, Unantastbar und Krawallbrüder handle es sich um Musik, die sich textlich in einer Grauzone bewege und Rechtsextremisten anziehen werde. Eine Hallenwand des Vereins war Anfang Februar mit durchgestrichenen Hakenkreuzen beschmiert worden. Der Vorfall wurde in der Hauptversammlung ausgespart. Bleher erwähnte, dass die Unterlagen zum Festival wie das Sicherheitskonzept bei Stadt, Polizei, Rettungsdiensten und Feuerwehr liegen. „Die werden ihre entsprechenden Bewertungen vornehmen, und ich hoffe, dass nichts mehr dagegen steht.“

Erfreuliches hatten zuvor Bleher, seine Stellvertreter, Alfred Schosser und Walter Striebel, und Kassierer Bernd Schmidt über das abgelaufene Jahr zu berichten. Es gab einen Anstieg an Mitgliedern um insgesamt 14. An aktiven Mitgliedern zählt der Verein jetzt 68. Der Aufstieg in die erste Bundesliga wurde nochmal mit Applaus bedacht. Bleher: „Das heißt für dieses Jahr kämpfen, denn sieben Mannschaften steigen wieder ab, und da wollen wir nicht dazugehören.“ Die Jungmitglieder Torben und Anika Schmidt haben ihre ersten Alleinflüge unternommen, Tim Kersten und Mike Smialy waren erstmals mit der Jodel des Vereins in der Luft. Flugplatzfest, Drachenfest, Sommerferienprogramm und Firmenveranstaltungen brachten öffentliches Interesse und auch Einnahmen. Auch die Senioren- und Ehemaligentreffen seien sehr beliebt.

Weil vereinzelt immer wieder die Veranstaltung des Drachenfestes infrage gestellt worden war, weil die Mitglieder dabei Arbeitsdienste schieben müssen, ließ Bleher abstimmen, um die Sache „ein für alle mal“ zu klären. Nur ein Mitglied stimmte dafür, das Drachenfest nicht mehr zu veranstalten, somit bleibt es erhalten. Weiterhin seien Spenden für den Verein sehr wichtig, zumal eine Firma, die einen Platz gemietet hat, wegen Sparmaßnahmen offenbar damit Schluss machen muss, was 22.000 Euro ausmache.

Neue Funkgeräte sowie Navigationsgeräte für die Vereinssegelflugzeuge mussten angeschafft werden, und zusammen mit der Umstellung auf LED-Beleuchtung, neuer Elektrik und weiterer Posten hat der Verein 25 600 Euro investiert. Davon gibt’s vom Landesverband BWLV 7400 Euro an Zuschüssen. Die Flugstunden gingen aufgrund von Reparaturen an manchen Flugzeugen etwas zurück, dafür haben die Segelflieger auf 636 Stunden zugelegt.

Nach der Ehrung verdienter Mitglieder und der Ernennung von Dieter Kohn zum Ehrenmitglied (wir berichteten kurz) ging es noch um die Dächer am alten Hangar und der neuen Halle, in die an einzelnen Stellen offenbar Wasser dringt. Lange wurde über das wie und wann einer Sanierung diskutiert, das Thema aber schließlich vertagt. Zunächst solle ein Ausschuss zu dem Thema gebildet werden.

Beiträge aufgerundet

Um nicht jedes Mal über neue Vereinsbeiträge abstimmen zu müssen, wenn der Landesverband seinen Anteil ändert, hat die Versammlung beschlossen, die eigenen Beiträge davon abzukoppeln. Die Mitglieder votierten einstimmig für ein leichtes Aufrunden der bisherigen Beiträge. Die „Flatrate“ für den Aufnahmebeitrag, die ein Jahr oder bis zum dritten Alleinflug gilt, bleibt für Jugendliche von 14 bis 16 Jahren bei 200 Euro, kostet bis 21 Jahre künftig 250 Euro und für ältere Flieger 300 Euro.

Als Investitionen wurden – neben dem Abbezahlen des „Ventus“ und der Winde sowie der Dachsanierung – neue Funkgeräte genannt, wobei der Austausch schon fast abgeschlossen sei, außerdem der Anschluss der Navis an die Funkgeräte, Renovierung und Umbau des Clubheims in Sachen Duschen und Toiletten, ein Abstellplatz für Fahrzeuge und Winde sowie die Neulackierung der ASK 21.

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