Region / TIMO KRAMER  Uhr
Ein Günzburger Verein setzt sich für mehr als 300 behinderte Kinder in der nordindischen Region Ladakh ein. Uli Dewein aus Ulm reist regelmäßig dort hin, um den Verein vor Ort zu unterstützen.

Körperlich und geistig behinderte Kinder therapieren: Das ist das Ziel, das ein Günzburger Verein seit mehr als zehn Jahren verfolgt. Der Ulmer Uli Dewein unterstützt die Ladakh-Hilfe. Diesen Sommer fliegt er bereits zum vierten Mal in den Himalaya - genauer gesagt in die nordindische Region Ladakh.

Seit vier Jahren engagiert sich der 60-Jährige ehrenamtlich im "Land der hohen Pässe". Er fliegt pro Jahr einmal in das Gebiet. "Was kann man machen? Was kann besser gemacht werden?" Das fragt sich Dewein stets bei seinen Besuchen in Ladakh. Er unterstützt den Verein vor allem in organisatorischer Hinsicht. Dewein hat eine neue Buchführung eingerichtet. Dadurch konnten staatliche Hürden überwunden und Spenden aus dem Ausland erleichtert werden.

Der Verein war im Sommer 2003 von der ehemaligen Physiotherapeutin Karola Wood (59) aus Günzburg gegründet worden. Ein Dutzend der deutschlandweit 86 Vereinsmitglieder kommt aus der Stadt Ulm und den Landkreisen Neu-Ulm und Alb-Donau, sagt sie. Der Verein finanziert sich ausschließlich durch Spenden und Mitgliedsbeiträge. Jährlich nimmt er etwa 56.000 Euro ein. Damit konnte in Ladakh ein Netzwerk aufgebaut werden, das mittlerweile mehr als 300 behinderten Kindern hilft. Sie haben durch Sponsoren Orthesen und Rollstühle erhalten. Dieses Jahr organisiert der Verein zum vierten Mal ein "Happy Feet Camp", in dem Kinder mit Fußfehlstellungen operiert werden.

In Zusammenarbeit mit einer vor Ort gegründeten Nichtregierungsorganisation unterhält er außerdem zwei Therapiezentren - eines in der Stadt Leh, das andere in einer Schule in Kargil. Dort werden die Kinder behandelt: physio-, ergo- und sprachtherapeutisch. Die Therapeutenteams setzen sich mittlerweile fast ausschließlich aus Einheimischen zusammen. Ihre Ausbildung hat der Verein finanziert. Darüber hinaus versucht er die Bevölkerung für das Thema Behinderung zu sensibilisieren und aufzuklären. Die dortige Situation soll langfristig verändert werden. "Wir säen eine Saat und investieren in die Menschen vor Ort", sagt die Vereinsvorsitzende Wood und ergänzt: "Damit in Ladakh was bleibt, wenn wir weggehen."

Durch seine Tätigkeit im Ulmer Club "Körperbehinderte und seine Freunde" hatte Uli Dewein bereits Erfahrung im Umgang mit Behinderten. So konnte er auch beim behindertengerechten Umbau der Schule in Kargil helfen. Denn zur Zukunftsvision des Vereins gehört, den behinderten Kindern und Jugendlichen eine Schulausbildung zu ermöglichen. So wurde unter anderem erreicht, dass spezielle Förderklassen gebildet wurden. Die Kinder bekommen somit eine Ausbildung, die ihnen ohne die Hilfe des Vereins versagt geblieben wäre. Laut Wood ist "die Schule der Anfang von einem neuen Leben, in dem sie eine reelle Chance haben". Die Integration in der Schule bedeute gleichzeitig eine gesellschaftliche Integration.

Info Näheres zu dem Verein unter www.ladakh-hilfe.de