Soziale Strukturen in der Daseinsvorsorge der Bürgerschaft stabil halten, Mobilität und Dienstleistungen sichern und damit die Lebensqualität der Bevölkerung in einer von demografischem Wandel gekennzeichneten Einwohnerschaft verbessern: Das sind die Zielsetzungen des Nachbarschaftshilfe-Vereins "Tatkraft Bernstadt", der vor Ort bereits segensreich wirkt.

Im Zusammenwirken mit dem Verein "Tatkraft Bernstadt" soll eine Nachbarschaftshilfe nun auch in Hörvelsingen organisiert werden. Ortsvorsteherin Martina Röscheisen hatte hierfür zu einer Informationsveranstaltung in die Ofenlochhalle eingeladen, bei welcher "Tatkraft"-Vorsitzender Oliver Sühring und Einsatzleiterin Sabine Megnin rund 60 Interessierten das Bernstadter Vereinskonzept vorstellten. Zu den Gästen zählte dabei auch der Langenauer Beigeordnete Christoph Schreijäg.

Wie bereits für andere Kommunen in der Nähe von Bernstadt vorgesehen, könne "Tatkraft Bernstadt" auch in Hörvelsingen mit Know-how zur Organisation einer örtlichen Nachbarschaftshilfe beitragen, führte Sühring aus und bot außerdem an, die Abrechnungen über die Geschäftsstelle des Bernstadter Vereins abzuwickeln sowie die Verwaltung des Hörvelsinger Zweigvereins, der zu gründen wäre.

Dieser könne zahlreiche Aufgaben übernehmen, meinte Sühring in Übereinstimmung mit Ortsvorsteherin Röscheisen - als Beispiele genannt wurden: Hilfe beim Einkaufen, im Haushalt oder im Garten, Fahrdienste zu Ärzten oder Behörden, Begleitung zu Veranstaltungen. Außerdem könnten Vereinsmitglieder in Notsituationen Erste Hilfe leisten oder einfach verhindern, dass Menschen vereinsamen. Zur Erklärung hieß es, dass auch im ländlichen Bereich der Anteil der älteren Menschen in der Bevölkerung ansteigen; und dass diese Senioren möglichst selbstständig in ihrer Heimatgemeinde wohnen und leben wollen und sollen. Zugleich aber sei es eben so, dass Familienangehörige nicht mehr im selben Maße wie früher bei der Bewältigung des Alltag helfen können oder wollen.

Für erbrachte Unterstützungsleistungen erhebe der gemeinnützige Verein "Tatkraft" einen sozialverträglichen Stundensatz von zehn Euro. Acht Euro davon seien Anerkennung und Wertschätzung für das Hilfspersonal, zwei Euro dienten der Deckung für Unkosten für den Verein, informierte Sühring und wies darauf hin, dass in vielen Fällen eine Abrechnung über die Pflegeversicherung möglich sei.

Ortsvorsteherin Martina Röscheisen äußerte sich zuversichtlich, den Nachbarschaftshilfeverein in Hörvelsingen noch in diesem Jahr gründen zu können. Dazu nötig sei, freiwillige Helfer zu finden und eine Einsatzleitung zu stellen. "Kontakte mit Interessierten sind geknüpft", sagte die Ortsvorsteherin.