Erbach Verabschiedung in Erbach von Pfarrer Dietmar Krieg

So kennen ihn die Erbacher: Pfarrer Dietmar Krieg mit seiner Gitarre - und mit Sängern der Katholischen Arbeitnehmer Bewegung. Am Sonntag wurde Krieg nach 20 Jahren in Erbach verabschiedet.
So kennen ihn die Erbacher: Pfarrer Dietmar Krieg mit seiner Gitarre - und mit Sängern der Katholischen Arbeitnehmer Bewegung. Am Sonntag wurde Krieg nach 20 Jahren in Erbach verabschiedet. © Foto: Franz Glogger
FRANZ GLOGGER 30.12.2014
Bescheiden, verbindend, humorvoll. Mit diesen Eigenschaften hat Pfarrer Dietmar Krieg 20 Jahre lang in Erbach überzeugt. Nun wechselt der beliebte Priester in die Seelsorgeeinheit Heidenheim-Nord.

20 Jahre lang hat Dietmar Krieg auf vielfältige Weise als Pfarrer in Erbach gewirkt. Bei seiner Verabschiedung am Sonntagvormittag in St. Martin mit Festgottesdienst und am Nachmittag in der proppenvollen Erlenbachhalle wurde deutlich, wie beliebt Krieg bei den Erbachern war: "Verbindend, fleißig, intelligent", sagte beispielsweise der Ringinger Ortsvorsteher Georg Mack. "Eine Säule zum Anlehnen" sei der Geistliche immer gewesen, sagte Monika Böcher, zweite Vorsitzende des Kirchengemeinderats. Er sei ein Pfarrer, dem das Wohl der Menschen über die Seelsorge hinaus am Herzen liegt, sagte Bürgermeister Achim Gaus. Dietmar Krieg habe die Seelsorgeeinheit bestehend aus sechs Kirchengemeinden mit Leben erfüllt: "Eine Aufgabe, die Sie mit Bravour vollbracht haben", bedankte sich Schloss- und Patronatsherr von St. Martin, Constantin von Ulm-Erbach.

23 Programmpunkte waren am Sonntag nötig, um möglichst viele Abschied nehmen zu lassen von ihrem Pfarrer, etwa mit einem rustikalen Sketch, den Gerlinde Zagst und Eugen Wanner für den Kirchenchor aufführten. Der erste "20-jährige Krieg", der den Menschen einen Nutzen gebracht habe, hieß es darin. Zwar hätte man den Pfarrer "no a paar Johr glitta", aber als gute Christenmenschen gönnten sie ihn nun der Seelsorgeeinheit Heidenheim-Nord. Dorthin wechselt Krieg nun. Etliche Gruppen nahmen mit selbst getexteten Liedern Abschied oder baten den Pfarrer gleich, mit seiner Gitarre auf der Bühne mitzumachen. Gesang mit Gitarrespiel war all die Jahre ein Markenzeichen des Seelsorgers, besonders nachdem 2001 Michael Ogrzewalla Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde geworden war. Ob bei der Weihe eines Feuerwehrfahrzeugs oder als theologische "Ghostwriter" beim Festabend zu 825 Jahre Bach: Die beiden Pfarrer sorgten immer wieder für legendäre Auftritte. Mehr noch verband sie die Ökumene. "Wie leicht, wie selbstverständlich, mit welchem Vertrauen ist uns das gefallen", ließ Ogrzewalla in einer Grußbotschaft verlesen. Auch er hat Erbach dieses Jahr verlassen. Großen Beifall bekam auch Kriegs "Geschwisterchor", der bereits bei dessen Investitur 1994 aufgetreten war: Krieg ist auf einem Bauernhof mit acht Geschwistern aufgewachsen.

Sichtlich bewegt verabschiedete sich der Pfarrer in einer kurzen Ansprache. Auf die Zeit in Erbach blicke er dankbar zurück. Die Worte des Abschieds nehme er als Mosaiksteine mit auf den Weg. Nun komme die Zeit des Loslassens, denn hierin liege "der Gewinn neuer Weite", sagte Krieg. Die Geschäfte führt bis zur Neubesetzung der Egginger Pfarrer Lucjan Widz.