A cappella Unterhaltung auf höchstem Niveau

Langenau / Jenz Keller 05.11.2018

Der Pfleghof in Langenau ist seit 30 Jahren eine feste Kultur-Instanz in der Region, auch wenn es um die Musik geht: Rock- und Pop-Konzerte sind hier ebenso gut besucht wie Jazz oder anspruchsvolle Kammermusik. So mancher Künstler, der einen Bogen um Ulm macht, lässt sich das stilvolle Ambiente und das begeisterungsfähige Publikum in Langenau nicht entgehen. So gastierte im ausverkauften Pfleghof jetzt die „HörBänd“ mit A-cappella-Musik und dem Programm „Dümmer geht ümmer“. Ein Highlight der Saison.

Im Gespräch bei Wein und Sekt tauschte man sich vor Beginn bereits über den in diesem Jahr vollzogenen Besetzungswechsel bei der „HörBänd“  aus, in der seit Juni Friedemann Petter dabei ist. So gänzlich unbekannt schienen die fünf Vokalisten aus Hannover in Langenau also nicht zu sein, was vielleicht auch den vielen Auszeichnungen geschuldet ist, die sie in ihrer noch jungen Karriere bereits gewinnen konnten. Die Erwartungshaltung war hoch.

Auf der Lauer

Zu erleben war von der „HörBänd“ viel Eigenes, aber auch wörtliche Übersetzungen englischer Songs („Kirsche, Kirsche, Dame“), die das Publikum Tränen lachen ließen. Launiges Blödeln (das Märchen vom Froschkönig) gehörte ebenso zum Programm wie das Kinderlied „Auf der Mauer, auf der Lauer“, das die Interpreten rhythmisch höchst anspruchsvoll gestalteten. Der Abend in Langenau war geprägt von einer ungeheuren Bühnenpräsenz der Musiker und einer ständigen Interaktion mit dem Publikum.

Sehr präzise, aber trotz stattlicher Figur eher im Hintergrund agierte Martin „Ohlsen“ Kleine („Ich kann richtig tief singen!“),  sodass seine Kollegen mit ihren Soloparts glänzen konnten. Mit einer fantastischen Stimme beeindruckte besonders Alice Wohlust,  die seit gut einem Jahr das Quintett verstärkt.

Als Joshua Bredemeier den Blick über das Publikum schweifen ließ, von Problemen sprach, „die es auch in Langenau zu geben scheint“ und die „HörBänd“ sich bei der Rückfrage eines einzelnen Herrn mit Glatze – „welche?“ – vor Lachen in die Ecke schmiss, war den Zuhörer beim folgenden Song (Stichwort: Haarausfall) einmal mehr klar, wie großartig die Truppe Situationskomik setzen kann. Das ging so weit, dass Silas Bredemeier, der nicht nur als Beatboxer oder charmanter Conférencier glänzte, sogar ein Lied unterbrechen musste, weil er sich über die Witze der Band selbst kaputttlachte. Das Langenauer Publikum ließ sich davon begeistert anstecken. Das war Unterhaltung auf allerhöchstem Level.

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