Eine Weltkulturerbestätte hat die Region Alb-Donau bereits. Doch die ist nur ein kleiner Teil eines großen Ganzen: Das Steinzeitdorf Ehrenstein ist eine von 111 prähistorischen Pfahlbausiedlungen in sechs Staaten rund um die Alpen. Nun soll die Region ihr eigenes Weltkulturerbe bekommen. Jetzt im Juli fällt in Krakau die Entscheidung über die Aufnahme der „Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb“ in die Liste des Weltkulturerbes.

Professor Nicholas Conard, Inhaber des Lehrstuhls für Ältere Urgeschichte und Quartärökologie an der Uni Tübingen Chefausgräber in den Höhlen des Ach- und Lonetals, blickt voller Optimismus auf die Abstimmung der 25 Teilnehmer des Unesco-Welt­erbekomitees.

Fundort wichtig

Die Fundlandschaften im Achtal mit Hohler Fels, Sirgenstein und Geißenklösterle und im Lonetal mit Bockstein, Hohlenstein und Vogelherd hätten universelle Bedeutung. „Das ist das Hauptkriterium“, sagte Conard bei einem Termin im Urgeschichtlichen Museum (Urmu) in Blaubeuren. „Es wird klappen, denn wir erfüllen alle Bedingungen“, ist Conard überzeugt. Sein Credo: Die Allgemeinheit muss erfahren, wo die ältesten Musikinstrumente und die ältesten Belege für mobile figürliche Kunst gefunden wurden.

Objekte landen nicht in der Liste

Im Welterbeantrag werden 50 Kunst­objekte und acht Flöten aus den sechs Höhlen beschrieben. Die bekanntesten sind der Löwenmensch aus dem Hohlenstein, das Mammut und das Pferdchen aus dem Vogelherd, die Elfenbein- und Schwanenknochenflöten aus dem Geißenklösterle und die Venus vom Hohlen Fels. Nicht die kleinen Instrumente und Kunstwerke, die zwischen 35.000 und 43.000 Jahre alt sind, sondern die Fundlandschaften sollen in die Welterbeliste aufgenommen werden und würden dann in einer Reihe stehen mit Machu Picchu in Peru, Taj Mahal in Indien und Stonehenge in Großbritannien. Conard und eine Delegation des Landesdenkmalamts werden die Sitzung vor Ort in Krakau verfolgen, bei der es um 35 mögliche neue Welt­erbestätten geht. Unabhängig davon ist für Donnerstag, 13. Juli, 17 Uhr, eine Podiumsdiskussion in der Stadtkirche Blaubeuren geplant.

Empfang und Feste


Feiern Egal, wie die Entscheidung über den Welterbe-Antrag ausfällt, einige Feierlichkeiten stehen, sagt Hermann Mader, Vorsitzender des Fördervereins Eiszeitkunst im Lonetal, früherer Heidenheimer Landrat. Schließlich müsse man erst mal so weit kommen, „dass man bei der WM dabei ist“. So gibt es am Mittwoch, 12. Juli, einen Empfang  bei den Heidenheimer Opernfestspielen  – mit Prof. Nicholas Conard und Prof. Claus Kind. Gemeinsam wird am Donnerstag, 13. Juli, in Blaubeuren gefeiert. Ein großes Fest ist am Freitag, 21. Juli, im Archäopark Niederstotzingen angesagt, mit 250 geladenen Gästen, Politikern, Sponsoren.  Die Festrede hält Minister Guido Wolf. lai