Laichingen Unbekannte Perlen der Musik

Das Streicherquartett Antoneag begeisterte in der "Stunde der Kammermusik". Foto: Sabine Graser-Kühnle
Das Streicherquartett Antoneag begeisterte in der "Stunde der Kammermusik". Foto: Sabine Graser-Kühnle
Laichingen / SABINE GRASER-KÜHNLE 02.10.2013
Die Streicherfamilie Antoneag bot in der Laichinger Stunde der Kammermusik musikalische Streicheleinheiten und setzte mit unbekannten Werken Glanzpunkte. Auch mit Soli taten sich die Musiker hervor.

Wenn die Laichinger Familie Antoneag konzertiert, sind musikalische Sternstunden gewiss. Denn die Zuhörer erleben ein niveauvolles Konzert des Streicherquartetts, weil es musikalische Glanzpunkte setzt. Die Familie kramt nämlich stets wenig bekannte Werke hervor und diese machen richtig Laune. Zum Spielen wie zum Zuhören. So auch jüngst in der "Stunde der Kammermusik". Nicht nur bei vier Volksliedern von Moritz Kässmayer strahlten die Konzertierenden pure Spielfreude aus. Verschleiert hinter schillernden Melodielinien, unter verwirrenden Disharmonien abtauchend zauberten die alten Weisen ein vergnügtes Lächeln auf die Gesichter der Zuhörer. Da konnte man gar nicht genug kriegen und auch die witzige Zugabe, die auf den nicht enden wollenden Applaus dieses Schlusswerkes der Matinee folgte, stillte den Hunger nach Mehr im Publikum nicht wirklich. Denn Mozarts "Nachtmusik", verwoben zu einer Melange aus weiteren bekannten Klassikern, Märschen sowie schottischen Volksweisen und irischem Riverdance waren eine heitere Abwechslung der sonst in der klassischen Musik üblichen Variationen eines einzigen Themas. Luden sie doch zur Entdeckungsreise viel gespielter und allseits beliebter Melodien ein.

Doch begonnen hat das Antoneag-Quartett, bestehend aus Mutter Margarete (Violine) und den Söhnen Elias (Violine), Gunter (Viola) und Wilfried (Cello), in klassischer Kammermusikmanier mit Mozarts d-Moll Streichquartett, KV 412. Welche Gefühle ihre Musik in den vier Streichern auslöste, blieb dem Publikum wegen der undurchschaubaren Mienen zwar meist verborgen, indes verwöhnten die vier Musiker ihre Zuhörer mit waren Streicheleinheiten. Wie ein Flüstern bahnten sich zarte Klänge ihren Weg. Erst recht bei den Kadenzen, den solistischen Einlagen, wurde die Leichtigkeit im Spiel von Elias deutlich und auch die scheinbare Mühelosigkeit von Margarete Antoneag, wenn sie flotte Läufe und lyrische Tremoli wie aus dem Ärmel schüttelte. Dies sowie das souveräne Zusammenspiel der vier Musiker in Verbindung mit dem Charakter der d-Moll-Tonart, die Mozart wohl wegen ihrer feierlichen Großartigkeit gewählt hat, verschaffte dem Publikum einige wunderbare Glücksmomente.

Als weitere Perle entpuppte sich das dritte Werk dieser Kammermusikstunde, der Walzer Opus 73 des Komponisten der Romantik, Friedrich Kiel. Hier mit kontrastreichen Elementen, dort mit dramatischen Spitzen, kam dieser Opus gehaltvoll daher. Und auch hier konnte sich Gunter Antoneag in solistischen Kadenzen versiert an der Viola beweisen. Er sowie auch sein Bruder Wilfried am Cello erwiesen sich nicht nur hier neben der einflussreichen Stütze für die beiden Violinen als deren ebenbürtige souveräne Musikpartner.