Wohnhäuser Umstrittenen Neubauten in Erbach zugestimmt

Erbach / Franz Glogger 07.11.2018

Immer häufiger laufen Anwohner Sturm, wenn in einem gewachsenen Wohngebiet etwas Neues entstehen soll – meist größer und höher als das Bestehende. Nicht immer entspricht das Vorhaben dem Bebauungsplan. Doch wenn es an anderer Stelle dank einer Befreiung durch den Gemeinderat schon eine solche Bebauung gibt, müsse dem Gesuch nach dem Grundsatz „gleiches Recht für alle“ stattgegeben werden, sagte Uwe Gerstlauer, Leiter der Erbacher Bauverwaltung, im Technischen Ausschuss.

Im vorliegenden Fall ging es um ein Mehrfamilienhaus im Rosenweg (wir berichteten) und eines in der Schubartstraße. Das Gesuch für den Rosenweg entspreche im zweiten Anlauf weitgehend dem Bebauungsplan, das Landratsamt Alb-Donau als Genehmigungsbehörde stimme daher wohl zu, sagte Gerstlauer. Für die Stellplätze werde wegen Überschreitung der Baugrenze um etwa einen Meter die Befreiung von den Vorgaben des Bebauungsplans beantragt. Da die Stellplätze etwa eine Autolänge in das Grundstück verlegt werden und damit der Straßenraum „luftiger, übersichtlicher“ erscheine, empfehle die Verwaltung der Überschreitung zuzustimmen. Der Ausschuss folgte einstimmig.

Das Baugesuch Schubartstraße entspreche dem Bebauungsplan sowie Befreiungen an anderer Stelle – zumindest nach Angaben des Planers, merkte Gerstlauer an. Es werde noch vom Landratsamt geprüft. Die Anwohner auf den Plan gerufen hatte die Absicht des Bauherrn, sämtliche Stellplätze hinter das Haus in den Garten zu verlegen.

Beide Vorhaben seien rechtlich kaum zu kippen, sagte Bürgermeister Achim Gaus. Dennoch habe er Verständnis, dass sich Anwohner mit solchen Änderungen schwertun. Gaus schlug vor, eine Klausurtagung anzusetzen, um sich mit Bauen innerhalb alter Plangebiete zu beschäftigen: „Wir müssen uns damit befassen.“ Aber ein Patentrezept, wie alle zufriedengestellt werden können, gebe es nicht.

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