Dietenheim Umfrage zu längeren Ladenöffnungszeiten

Dietenheim / DUNJA STRIEBEL 30.10.2014
Der Einzelhandelsverband HDE will die Ladenöffnungszeiten weiter ausdehnen. Läden sollen 24 Stunden am Tag öffnen können. Was Dietenheimer zu diesem Thema sagen, zeigt eine Umfrage.

"Normale Menschen schlafen ja auch in der Nacht", sagt Simone Maier (29) aus Dietenheim, auf die Frage, ob es gut sei einen Laden 24 Stunden am Stück geöffnet zu haben. Ihrer Meinung nach sei es nicht nötig rund um die Uhr in den Geschäften etwas zu verkaufen. "Natürlich kommt es auch darauf an, wie viele Mitarbeiter der Betrieb hat." Die Belastung der Arbeiter wäre, ihrer Meinung nach, nicht das größte Problem, denn viele andere Berufstätige schichten ja auch.

Connie Wild meint: "Der Gewinn deckt sich doch gar nicht mit dem Lohn, mit dem der Arbeitgeber die zwei bis drei Mitarbeiter in der Nacht auszahlen muss." Sie nennt Angestellte, die dann schichten müssen "arme Kerle", die dann "ja gar nicht mehr zur Ruhe" kommen würden. Online-Shopping kommt für die Frau gar nicht in Frage, sie möchte die Sachen, die sie kauft, zuvor lieber genau ansehen, oder sogar selbst in die Hand nehmen.

Beate Schmid (51) und Traute Schiffels-Jung (53) aus Dietenheim sind beide der Meinung, dass eine solche Änderung der Arbeitszeiten auf keinen Fall notwendig sei. "Die Leute sollen ihren Einkauf doch dann erledigen, wenn es zu erledigen ist und nicht mitten in der Nacht", meint Traute Schiffels-Jung und Beate Schmid nickt zustimmend. Doch sagten beide auch, dass Schichten ertragbar wäre, weil dies auch schon viele Menschen in anderen Berufszweigen, zum Beispiel in den Vöhringer Wieland-Werken oder bei der Firma Räuchle in Dietenheim, machen würden. Auf die Frage, wie das denn heute aussieht Online etwas zu bestellen, sagen sie nur: "Unsere Jugend ist da ja hineingewachsen. Die kennen doch gar nichts anderes." Was auch nicht schlimm sei, doch die beiden gehen immer noch lieber in einen richtigen Laden, um die Artikel genau ansehen zu können.

Der 67-Jährige Otto Gantner aus Regglisweiler erwidert sofort: "Jeder braucht seinen Feierabend! Ob Arbeiter oder Geschäftsleiter!" Seiner Meinung nach würden dann auch nicht mehr Kunden die Geschäfte besuchen. Denn die, die wirklich etwas brauchen, würden wohl auch zu geregelten Arbeitszeiten kommen. Er bevorzugt es wie Connie Wild mit den Verkäufern ein Gespräch aufzubauen und erst dann seine Kaufentscheidung zu treffen.

"Wer nachts um 11 Uhr nichts zum Essen daheim hat, der braucht so spät abends dann auch nichts mehr. Derjenige ist selber schuld und soll zu normalen Tageszeiten zum Einkaufen gehen." Das sagt der aus Dietenheim kommende Willi Jermak. Seiner Meinung nach sterben die Städte in Deutschand auch wegen der Großkonzerne aus, denn kleine Läden, die abends nur bis sechs Uhr geöffnet haben, würden an diese ihre Kunden verlieren.

Auch Ilse Häussler (61) aus Dietenheim hält nicht viel davon ein Geschäft derart lange offen zu haben. "Die Nachtruhe muss doch jedem Menschen heutzutage gegönnt sein." Dass der Umsatz sich steigern würde, denkt sie nicht wirklich. "Das ganze Einkaufen verlagert sich doch nur, außerdem kann keiner mehr einkaufen als er bisher schon einkauft. Das geschieht nur zu einer anderen Uhrzeit", meint sie kopfschüttelnd. Das Schichten schieben sei auch viel zu häufig geworden und sei überdies zu teuer für den Einzelhandel. Lachend sagt sie: "Übers Internet shoppen mach ich eh nie, da bin ich wohl noch vom alten Schlag. Lieber geh ich in ein Geschäft und das bei Tageslicht."

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