Musik Ulmer Spatzen begeistern bei Benefizkonzert in Laichingen

Die Ulmer Spatzen zeigten trotz großer Hitze in der Daniel-Schwenkmezger-Halle durchgehend große Chorkunst.
Die Ulmer Spatzen zeigten trotz großer Hitze in der Daniel-Schwenkmezger-Halle durchgehend große Chorkunst. © Foto: Sabine Graser-Kühnle
Laichingen / SABINE GRASER-KÜHNLE 06.07.2015
Die Ulmer Spatzen begeisterten das Laichinger Publikum mit ihrem glockenklaren Gesang. Das abwechslungsreiche Programm zeugte von den vielfältigen Facetten dieses preisgekrönten Jugendchors.

Bravo den Ulmer Spatzen. Für ein höchst niveauvoll dargebotenes und abwechslungsreiches Chorkonzert. Die Jugendlichen, der Chorleiter, die Pianistin und die Solistin blieben in der Daniel-Schwenkmezger-Halle trotz schier unerträglichen Hitzestaus rund eineinhalb Stunden lang voll konzentriert bei der Sache. Dagegen blieben bei diesen tropischen Temperaturen viele lieber der Halle fern, so dass die Zuhörerzahl des Benefizkonzerts weit hinter den Erwartungen der veranstaltenden Bürgerstiftung Laichinger Alb geblieben ist. Doch die gekommen sind, darunter sehr viele, die selbst in Chören singen, ließen sich mitreißen von glockenhellen Stimmen des fast reinen Mädchenchors. Zwei Jungen sangen mit. Jeder Ton saß perfekt, selbst die höchsten Sopranlagen kamen glasklar und wie von einer Stimme gesungen. Manche Chorsängerin dürfte mit Wehmut bewundernd diesen jugendlichen, reinen Stimmen gelauscht haben.

Dass die Spatzen in jedem Genre der Chorliteratur zu Hause sind, offenbarte das Programm. Den Anfang machte Liedgut aus Klassik und Romantik. Mozart erklang in seiner Leichtigkeit: "Ricevete, oh padroncina" und bereits bei diesem Lied erwies sich Barbara Comes, Chorleiterin des Vorchores der Spatzen, nicht nur als souveräne Klavierbegleiterin, sondern als versierte Pianistin. Viele Volkslieder entstammen der romantischen Ära. So erfreuten sich die Zuhörer an den gewohnten Harmonien von Schubert's "Der Lindenbaum", bekannt als "am Brunnen vor dem Tore". Insbesondere bei "O du schöner Rosengarten" dürften die Herzen zumindest aller selbst singenden Zuhörer aufgegangen sein, gehört diese lothringerische Volksweise doch zum Repertoire unzähliger Chöre.

Längst bleiben die Ulmer Spatzen nicht bei Volksliedern hängen. Bei der israelische Weise "A white rainbow" ging beim Spiel zwischen Laut und Leise ein Regenbogen in den Herzen der Zuhörer auf. Chorleiter Hans de Gilde dirigierte mit Verve, der Chor folgte willig seinem deutlichen Dirigat-- und bescherte damit dem Publikum sensibel interpretierten Chorgesang vom Feinsten.

Selbst ohne Dirigat überzeugten die jugendlichen Sängerinnen und Sänger, etwa bei einer flotten Jazzmesse, dem Gospel ähnlichen "A little Jazz Mass" von Bob Chilcott. Aus dieser erklang das Kyrie und das Gloria, farbig unterstrichen von einer Choreografie. Nicht nur hier untermalten Gesten den Gesang, spannend war der Vortrag eines Gehörlosenliedes, "Can you hear me" wo die Jugendlichen den gesungenen Text mit Gebärdensprache ergänzten. Immer wieder zeigten junge Mädchen ihre Qualitäten als Solisten, etwa in dem Evergreen "Bei mir bist du scheen". Spritzig und frech sang der Chor "Blunt the knives" aus "The Hobbit". Mystisch waberte die Melodie aus demselben Film bei "Misty Mountains", bei der feinfühligen Interpretation stellten sich einem die Härchen an den Armen auf. Unter die Haut ging "Tears in Heaven", ein Song, den der Gitarrist Eric Clapton für seinen tödlich verunglückten vierjährigen Sohn geschrieben hat. Außer der Reihe, dennoch sehr beeindruckend, sang Solistin Susanne Ott in einem warmen Mezzosopran das "Halleluja" von Leonard Cohen. Ein Lied, das ebenfalls viele Chöre in ihrem Repertoire haben. Heiter mit einem choreografisch untermalten "We beseech Thee" und dem Welthit "We are the world" endete das Konzert. Das Publikum erklatschte sich eine Zugabe und ließ sich trotz Hitze nicht lange bitten, bei der witzigen Choreografie mitzumachen.