Regglisweiler Uli Keuler begeistert

Uli Keuler begeisterte mit Witz und Komik im Bürgerhaus. Foto: Dieter Gräter
Uli Keuler begeisterte mit Witz und Komik im Bürgerhaus. Foto: Dieter Gräter
Regglisweiler / DIETER GRÄTER 29.10.2012
Ein Mann, ein Stuhl, ein Mikro: Genug Requisiten für den schwäbischen Kabarettisten Uli Keuler, der sein Publikum im Regglisweiler Bürgerhaus zwei Stunden lang mit Witz und Komik unterhielt.

Bürgermeister Christopher Eh hatte nicht übertrieben, als er den schwäbischen Kabarettisten Uli Keuler - nach der Einweihung des Bürgerhauses - schon zum zweiten Mal in der "Vorstadt" willkommen hieß und ihn dabei "als einen in 40 Jahren erfahrenen Humoristen in einer fast schon aussterbenden Gattung" bezeichnete. "Er stand schon in einer Zeit auf der Bühne, als Mario Barth noch nicht laufen konnte, geschweige denn wusste, wie man Comedy schreibt", so der Schultes. Dass Uli Keuler auf eine große Bühne ebenso verzichten kann wie auf eine Vielzahl von Requisiten, bewies ein Stuhl, vor dem er stehend oder sitzend sein Publikum begeisterte. Die 100 Besucher in dem zum kleinen Kulturtempel umfunktionierten Bürgersaal waren von der ersten bis zur letzten Minute begeistert, lauschten des Künstlers Sprachwitz und seiner Pointen.

Den Geschichten, die er den Menschen so zu schildern versucht, wie sie ganz einfach sind. Dazu gehörte das Rezept, wie man mit Hilfe einer Schwarzwälder Kirschtorte abnehmen kann ("das einzige, was dabei abnimmt, ist die Torte") ebenso wie die Erfahrungen am Fahrkartenschalter der Bundesbahn und dem Versuch, aus neun Erwachsenen und sieben Kindern eine Gruppenfahrt mit Spartarifen zu erreichen, die den Bahnvorschriften entspricht.

Uli Keuler zuzuhören, ist herzerfrischend, ganz besonders dann, wenn er ins Erzählen kommt: Beispielsweise von den Gefahren einer Pflanzensafari im Bocktal zum Beispiel, wo die "Eurasische Kampfkamille", der "Säbelzahnklee", der "Löwenzahn" und die "Pechwurz" still dastehen, als könnten sie kein "Wässerle trüben". "Riecht man aber dran, blasen die ihre Pollen die Nase hinauf, dass einem schwindlig wird", erklärt Keuler unter dem Applaus der Zuhörer.

So richtig ausschütten vor Lachen konnten sich die Besucher im Bürgersaal, als der Kabarettist auf das Thema Wellness zu sprechen kam. "Der Mensch braucht Wellness, aber auch das Auto", weiß Keuler vom Auto-Wellness und einer Werkstatt zu berichten, die den Reifendruck mit Duftkräuter-Luft füllt und eine Motorraumpflege nach Hildegard von Bingen anbietet. Als "Herr Eisele vom Autohaus Berenstecher" ist er in seinem Element: Den Ölverlust eines Vehikels deutet er mit der Vereinsamung des Fahrzeugs und fragt den Kunden besorgt: "Steht das Auto oft alleine in der Garage oder haben sie nach einer Auseinandersetzung mit dem Navigationsgerät, statt Benzin, Diesel getankt?" Einer Smart-Besitzerin, deren Fahrzeug gerade mal sechs Wochen auf dem Buckel hat, empfiehlt er als Wellness-Behandlung ein "Bärli-Bad" in der Waschstraße oder eine "Schnullerkette am Tankdeckel".

Uli Keuler auf der Bühne zu erleben, bedeutet Köstlichkeit pur. Auch nach zwei Zugaben hatten die Besucher noch nicht genug. Ganz bewusst, denn alle im Saal warteten auf "den Witz schlechthin", ohne den loszuwerden, sich ein Uli Keuler nie verabschiedet: "Goht an Ma in da Wald. Plötzlich springt dem oiner mit dr Pischtol entgega und ruaft: Geld oder Läba. Jetzt hot der aber koi Geld drbei ghet. No gib mir halt dei Armbanduhr. Der hot aber au koi Armbanduhr drbei gheht. No trag mi halt a Stuck." Ende, Applaus.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel