Gewissermaßen auf ein Jahr der Jubiläen blickte Blausteins Bürgermeister Thomas Kayser gestern beim Neujahrsempfang der Gemeinde zurück. Es waren beispielsweise in Bermaringen 650 Jahre Marktrecht und 125 Jahre Schwäbischer Albverein zu feiern, 25 Jahre Hütte Markbronn und nicht zuletzt 50 Jahre Zusammenschluss von Ehren- und Klingenstein zu Blaustein. Nicht nur in der Gesellschaft allgemein wurde Neues gewagt. „Auch unsere 68er wagten etwas Neues, nämlich den Zusammenschluss von zwei bislang selbstständigen Gemeinden“, sagte Kayser.

Etwa 300 Besucher waren ins Rathaus gekommen. Unter ihnen die SPD-Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis und der Grünen-Landtagsabgeordnete Jürgen Filius. Mit dem Verlesen der damals auf der Vorschlagsliste stehenden Namen sorgte der Bürgermeister für Heiterkeit. Zur Auswahl standen etwa Ehrenklingenstein, Stein im Blautal, Blaupforta, Zweistein, Einstein, Blautal und Blaustein. Zur Abstimmung kamen nur die beiden letzteren, wobei sich Blaustein mit 11 gegen 9 Stimmen denkbar knapp durchsetzte.

Blaustein feierte 2018 aber nicht nur, sondern leitete mit dem Umbau des Schulzentrums auch die derzeit größte Hochbaumaßnahme ein. Sie ist mit acht Millionen Euro angesetzt. Mit der „Grünen Mitte Lixpark“ und dem neuen Stadtzentrum schließen sich zwei weitere Großprojekte an. Sie werden das Gesicht des Stadtzentrums nachhaltig verändern, für ein „lebendiges Zentrum für Handel, Dienstleistung und Wohnen“ sorgen sowie die Aufenthaltsqualität steigern. „Der bislang unstrukturierte Lixpark bietet ein hervorragendes Potential, um allen Generationen Freizeitgestaltung, Bewegung und Begegnung zu bieten“, sagte Kayser. Er bedankte sich dafür, in die Förderprogramme „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ und „Soziale Entwicklung im Quartier“ aufgenommen worden zu sein.

Weitere wichtige Bausteine für die Entwicklung der Blautalgemeinde und ihren einschließlich der Kerngemeinde zehn Teilorten sieht der Bürgermeister in Wohnland in Weidach, neuen Kindergärten in Herrlingen und Bermaringen, wo auch ein neues Feuerwehrgerätehaus ansteht. Die nächsten Gewerbeflächen wird es in Bermaringen und Wippingen geben.

Nahezu Alltag sind Aktionen rund um das Steinzeitdorf, weitere Projekte zu „Nachhaltige Stadt“ und Einbindung der Jugend in die Gemeindepolitik. Besonders hob Kayser die „Bürgerstiftung“ hervor: „Sie ist Ausdruck des Verantwortungsbewusstseins für die Mitmenschen und für die Umwelt von Blaustein“, sagte der Bürgermeister. Anschließend lud er zum Stehempfang ein. Umrahmt wurde der Empfang vom Musikverein Arnegg.

Geschichte der Zusammenschlüsse


Eingemeindungen Das heutige Blaustein kann insgesamt auf rund 450 Jahre Zusammenschlüsse zurückblicken. Der älteste betrifft Markbronn-Dietingen im 16. Jahrhundert. 1971 vereinen sie sich mit Arnegg, um ab 1975 zu Blaustein zu gehören. Weidach gehört seit 1829 zu Herrlingen, Lautern seit 1852 zu Wippingen. 1974/75 entsteht die heutige Kommune Blaustein.