Schelklingen Gleitschirmflieger: Über die Natur hinweggleiten

Mit einem Gleitschirm abheben zu können bedarf einiges an Vorbereitung.
Mit einem Gleitschirm abheben zu können bedarf einiges an Vorbereitung. © Foto: Jürgen Emmenlauer
Schelklingen / STEFAN BENTELE 04.09.2017
Die Gleitschirmflieger am Urenschwang bei Hütten nahe Schelklingen haben’s auch nicht leicht.

Die Gleitschirmflieger am Urenschwang bei Hütten nahe Schelklingen haben’s auch nicht leicht. Damit die Flugsportler ihrem Hobby frönen und ein Pokal-Fliegen abhalten können, müssen sie die Natur regelmäßig in ihre Schranken weisen, Mutter Erde und ihren Begleitern ein Schnippchen schlagen, nicht nur über sie hinweggleiten, sich auch ein wenig über sie hinwegsetzen.Das beginnt schon bei solch banalen Dingen wie dem Wetter. Auf dem Gelände, das wegen seines Skilifts in früheren Zeiten die Herzen aller Wintersportler erwärmte, brauchen die Gleitschirmflieger Ostwind, um abheben zu können und vielleicht nicht zwingend über, aber zumindest unter den Wolken zu gleiten und so ein paar hundert Höhenmeter zwischen Schirm und Boden zu bringen.

Freie Bahn für Gleitschirmflieger.

Doch zunächst, wie gesagt, bedarf es einer soliden Vorbereitung der Natur, in diesem Fall mit Kettensägen. Mit den ratternden Dingern halten die Gleitschirmflieger den Hang frei von Bäumen, die Vereinsmitglieder dürfen sich deshalb neben den fleißigen Landwirten einreihen, auch sich selbst als Landschaftspfleger rühmen. Und was den reißerischen Zähnen einer Motorsäge entgeht oder ihr schlicht zu fein daherkommt, das übernimmt ein Schäfer mit seinen Tieren. Das Ergebnis ist das Gleiche: Freie Bahn für Gleitschirmflieger.

Schlagen die Sportler der Natur auf diese Weise in recht brachialer Weise ein Schnippchen, entledigen sie sich eines anderen natürlichen Problems gewiefter: Für ihre Gleitflüge, die in Wettbewerben durchaus mehrere Stunden dauern können, nehmen die Piloten das stille Örtchen ganz einfach mit auf den Trip, einem Urinalkondom sei dank, wie Ralf Straub, Vorsitzender der Gleitschirmflieger Urenschwang jüngst erklärt hat. Die Alternative? Zwischenlanden ohne Aussicht auf einen erneuten Start. Oder Windeln, wie in der Raumfahrt.