Ringingen Trocknung mit 25 Geräten

Ringingen / RENATE EMMENLAUER 01.03.2012
Bislang ist nicht absehbar, wann der Ringinger Kindergarten bezogen werden kann. Eltern fordern nach dem Wasserschaden eine große Sanierung.

Ortsvorsteher Georg Mack sprach von einer "kleinen Katastrophe", die der Rohrbruch vergangene Woche im katholischen Kindergarten in Erbach-Ringingen ausgelöst habe. Mehrere Dutzend Bürger waren am Dienstagabend ins Ringinger Dorfgemeinschaftshaus gekommen. Die Stadt Erbach, die Ortsverwaltung und die katholische Kirchengemeinde hatten Eltern eingeladen, um sie über den Sachstand nach dem Wasserschaden im Kindergarten St. Josef zu informieren. Die Verantwortlichen erachten die Unterbringung der 50 Kinder in zwei Gruppen im alten Schul- und im Pfarrhaus als erträglich, in Rekordzeit seien die Räume den Sicherheitsanforderungen entsprechend hergerichtet worden, sagte Sandra Dolderer. Die Erbacher Stadtbaumeisterin verhehlte aber nicht, dass die Übergangslösung mehrere Monate andauern werde, wenn nicht sogar noch länger. "Wir müssen warten, welche Schadenshöhe die Versicherung ansetzt. Erst dann können Stadt und Kirchengemeinde planen."

Derzeit seien 25 Trocknungsgeräte im Einsatz, die täglich zwischen 130 und 150 Liter Wasser aus den Wänden und Böden ziehen. Fakt sei, dass der Kindergarten vom Dach bis zum Keller durchfeuchtet ist und die Trocknung mindestens drei bis vier Wochen dauern wird. Eine Firma habe zerstörte Bodenbeläge, Tapeten und ein Großteil der Deckenverkleidung ausgebaut und entsorgt. Priorität habe, aus dem Inventar zu retten, was noch geht. "Wir müssen jetzt alle viel Geduld mitbringen", sagte die Stadtbaumeisterin. Sie sprach dann die zwei Punkte an, die den Eltern seit Jahren ein Dorn im Auge sind: den Schimmel, der nach umfassender Sanierung ausgeräumt war. "Bevor jetzt wieder ein Kind in die Räume gelassen wird, nehmen wir erst Messungen vor", kündigte sie an.

Es gebe Überlegungen, gleich die seit Jahren geplante Sanierung vorzuziehen, sagte Sandra Dolderer weiter. "Da kann ja nichts anderes im Raum stehen. Man kann doch nicht jetzt den Wasserschaden sanieren und im nächsten Jahr muss der Kindergarten wieder geräumt werden, um den Rest zu richten", stellte ein Bürger fest. Eine Mutter sagte geradeheraus: "Wenn man andere Kindergärten anschaut, stehen wir in Ringingen vom Standard her weit hinten." Eine andere Frau sagte: "Hier im Ort muss man für alles kämpfen, was in anderen Gemeinden selbstverständlich ist." Ein Zuhörer fand, dass es nicht ausreicht, nur den Wasserschaden zu beheben, sondern auch dessen Ursache. "Weil der Dachstuhl nicht richtig isoliert war, konnte die Leitung einfrieren und platzen." Ein anderer riet der Stadtbaumeisterin, sich nicht auf Gutachten der Versicherung zu verlassen. "Die rechnen immer zu ihren Gunsten."