Gesellschaft Treffpunkt jugendlich aufgefrischt

Ein fester Kern des selbstverwalteten Jugendraums hat in vier Monaten die Renovierung geschultert.
Ein fester Kern des selbstverwalteten Jugendraums hat in vier Monaten die Renovierung geschultert. © Foto: Franz Glogger
Schnürpflingen / Franz Glogger 03.11.2018

Wo soll sich die heranwachsende Jugend treffen? Das haben sich – wie viele in der Region – die Schnürpflinger Verwaltung und der Gemeinderat vor etwa 20 Jahren gefragt. Zunächst wurde ein Raum im Erdgeschoss des Rathauses hergerichtet, der mit dem Auszug einer Kindergartengruppe frei geworden war. Das Quartier sollte „ein Anfang“ sein, wie es damals hieß, und keine Dauerlösung.

Bald wurde als Standort das Gelände der früheren Kläranlage am Rand des Gewerbegebiets „Im Brühl“ ins Auge gefasst. Dort könnten die Jugendlichen freier feiern, seien Anwohner nicht direkt betroffen, anders als mitten im Ort. Der Gemeinderat entschied sich 2003 für eine Container-Lösung, die in Eigeninitiative mit Hilfe von Erwachsenen und, wie in der Holzstockgemeinde üblich, Gemeinderäten ausgebaut wurde. Letztere gehörten auch einer „Springertruppe“ an. Sie wurde per Telefon aktiviert, wenn sich beim Treff Ärger anbahnte. In der Zeit tourten einige auswärtige Gruppen durch die Dörfer, um Stress zu machen.

Der als Verein selbstverwaltete Treff etablierte sich, was auch einem Freizeitplatz für Fußball und Basketball sowie Beachvolleyball zu verdanken ist, den die Kommune nicht viel später in der Nähe anlegte. Häufig trafen sich Erwachsene, um mit Jugendlichen gemeinsam Sport zu treiben. Zur Eröffnung trat standesgemäß ein Fußballteam aus Gemeinderäten und dem damaligen Bürgermeister Manfred Häberle an.

Feier nach getaner Arbeit

Beide Treffpunkte – Container und Freizeitplatz – sind bis heute gut besucht. „Und zum 15-jährigen Bestehen wollten wir unseren Jugendraum moderner, einladender gestalten“, sagte Vorsitzender Kevin Frank, als kürzlich die Wiedereröffnung gefeiert wurde. Mit ausreichend technischem Know-how ausgestattet, hatten die jungen Leute die Renovierung diesmal ohne fremde Hilfe geschultert. In vier Monaten wurden nach Feierabend und am Wochenende eine neuer Boden verlegt, die Wände gestrichen, LED-Lampen installiert, die Küchenmöbel erneuert und die Bar aufgefrischt. „Es war zeitraubend, nicht zuletzt durch unvorhergesehene Probleme. Aber der Aufwand hat sich total gelohnt“, stellte Frank zufrieden fest. Gefreut haben sich die Jugendlichen auch darüber, dass viele ehemalige Treff-Gänger mit ihnen feierten.

Lob gab es vom Bürgermeister. „Der Treff funktioniert reibungslos. Der Verein ist schwer in Ordnung“, sagte Michael Knoll und hob besonders den großen Aufwand bei der Erneuerung hervor. „Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen.“ An den Kosten werde sich die Gemeinde mit dem üblichen Investitionszuschuss von zehn Prozent beteiligen.

Alle aus der Gemeinde sind willkommen

Mitglieder Der Verein hat rund 50 Mitglieder zwischen 15 und 27 Jahren. Regelmäßig treffen sich etwa 20 Mitglieder. Strom und Wasser spendiert die Gemeinde. Im Sommer richtet der Verein ein vielbesuchtes Beachvolleyball-Turnier aus. Im Treff willkommen sind alle Interessierten aus der Gemeinde, nicht nur Vereinsmitglieder. Das gilt auch für den Freizeitplatz. Feste Öffnungszeiten gibt es nicht. „Eigentlich ist fast immer jemand da. Wenn nicht, schreibt man sich eine Whatsapp-Nachricht“, sagt der Vorsitzende Kevin Frank.

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